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Hausmitteilung Corona-Station / Evangelikale in den USA / Boateng

aus DER SPIEGEL 17/2020
Weiss, Stock

Weiss, Stock

Foto: Maurice Weiss / DER SPIEGEL

Seit Wochen ist das Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam in den Schlagzeilen: viele Corona-Infizierte und -Todesfälle, ein Aufnahmestopp, die Staatsanwaltschaft prüft, ob es Verstöße gegen Meldepflichten, Fehler beim Krisenmanagement und bei der Krankenhaushygiene gab. Redakteur Jonathan Stock und Fotograf Maurice Weiss haben das Klinikum über mehr als drei Wochen hinweg immer wieder besucht. Sie erhielten Zutritt zum Krisenstab und zur Corona-Station des Hauses, wo die am schwersten Erkrankten beatmet werden. Sie unterhielten sich mit Patienten, begleiteten Operationen und dokumentierten Nachtschichten. Sie wurden Zeuge, wie immer mehr Ärzte und Pfleger erkrankten, wie Patienten starben. Und sie erlebten, wie sehr der Vorwurf, in einer »Todesklinik« (»Bild«-Zeitung) zu arbeiten, die Mitarbeiter trifft. Vor Ort hatten Stock und Weiss einen ganz anderen Eindruck. »Das Bergmann-Klinikum ist kein Skandalkrankenhaus«, sagt Stock, der am Ende der Recherche selbst an Covid-19 erkrankte. Dass die Potsdamer Klinik so viele Infizierte melde, liege auch daran, dass jeder Patient und jeder Mitarbeiter getestet worden sei. »In Potsdam sind sie sehr transparent mit ihren Zahlen«, sagt Stock, »eigentlich müsste das Standard sein; aber andere Krankenhäuser trauen sich das nicht.« zum Artikel 

Die weißen Evangelikalen in den USA gelten als eingeschworene Gemeinschaft. In der Coronakrise allerdings geraten selbst sie in Streit. Viele der erzkonservativen Christen weigerten sich zunächst, ihre Kirchen wegen der Pandemie zu schließen, berichtet Redakteurin Katrin Kuntz. »Es gibt jene, die das Virus ernst nehmen, und jene, die es als göttliche Strafe sehen oder als Erfindung der Demokraten, um ihren Präsidenten zu schwächen.« Die Gläubigen zählen zu den treuesten Unterstützern Donald Trumps. Er hat zahlreiche ihrer Interessen politisch durchgesetzt. Und er braucht sie für seine Wiederwahl. Warum das Band zwischen Trump und den Evangelikalen so fest ist, erlebte Kuntz, als sie noch vor der Coronakrise auf deren Spuren durch die USA reiste. Bei einem Auftritt von Trumps spiritueller Beraterin Paula White in Miami erzählte diese, wie sie vor Jahren Trump persönlich mit Gott zusammengebracht habe. Seine Macht sei göttlich legitimiert. Dass Trump moralisch nicht immer gefestigt wirkt, störe die Christen deshalb auch nicht, sagt Kuntz. Sie sähen in ihm trotzdem den Retter des Christentums, der sie vor einer liberalen Gesellschaft bewahre. zum Artikel 

Es gibt kaum einen Fußballprofi, der bei so vielen großen Klubs in den wichtigsten europäischen Ligen gespielt hat, wie Kevin-Prince Boateng. Kurz vor den Reisebeschränkungen traf Reporter Marc Hujer den gebürtigen Berliner zu einem Gespräch in Istanbul, wo Boateng in dieser Saison für Beşiktaş spielt – die zwölfte Station seiner Profikarriere. Boateng verriet Hujer, dass er nach seiner aktiven Zeit als Spieler gern als Trainer arbeiten wolle, dafür allerdings noch lernen müsse, geduldiger zu sein. Er habe deswegen mit dem Klavierspielen begonnen. Als ihn Hujer in der vergangenen Woche anrief, um letzte Fragen zu klären, meldete sich Boateng von seinem Handy aus Mailand, der Heimat seiner Frau. Es falle ihm zurzeit nicht leicht mit der Geduld, erklärte er. Er habe Istanbul vor einer Woche verlassen und sei nun froh, wieder »zu Hause« zu sein; der »Tapetenwechsel« habe ihm gutgetan. zum Artikel 

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