Coronavirus Sachsens Gesundheitsministerin gibt AfD Mitschuld an niedriger Impfquote

Im Ländervergleich liegt Sachsen auf dem letzten Platz: Dort sind besonders wenige Menschen gegen Corona geimpft. Gesundheitsministerin Petra Köpping macht dafür einem Bericht zufolge auch die AfD verantwortlich.
Blick in die Covid-Intensivstation im Universitätsklinikum Leipzig

Blick in die Covid-Intensivstation im Universitätsklinikum Leipzig

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat die AfD als einen Grund für die geringe Impfquote in ihrem Bundesland bezeichnet. Sachsen ist bundesweites Schlusslicht bei der Impfquote, wobei diese im Osten generell niedriger ist als im Westen. »Die AfD beeinflusst maßgeblich einen relevanten Teil der Wählerschaft, die wir teilweise nicht für das Impfen gewinnen können und das ist ein Problem«, sagt die Politikerin im Gespräch mit »Business Insider« . Denn dort, wo es starke AfD-Ergebnisse gäbe, würden auch die Maßnahmen zu Corona nicht anerkannt werden. »Diesen Zusammenhang gibt es und der ist höher als in anderen Bundesländern«, sagte Köpping.

Petra Köpping

Petra Köpping

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

In Sachsen sind nur 53,1 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft, das Bundesland liegt damit auf dem letzten Platz im Ländervergleich.  Bremen führt das Ranking mit 72,8 Prozent an.

»Business Insider« zitiert aus der Midem-Studie »Covid-19 in Sachsen« der Technischen Universität Dresden, wonach es in Sachsen überdurchschnittlich viele Impfskeptiker gibt. Für die Umfrage seien 1008 wahlberechtigte Sachsen online und telefonisch vom 10. bis zum 15. Mai 2021 befragt worden. Während bundesweit fünf Prozent angaben, sich »auf keinen Fall impfen zu lassen«, sind es in Sachsen 12 Prozent, wie es in dem Bericht heißt. Außerdem zeigten die Ergebnisse der Studie, dass der größte Anteil unter den Impfskeptikern zumeist Freiberufler oder Arbeiter im Alter zwischen 31 und 40 Jahren seien, einen Realschulabschluss sowie ein Einkommen unter 1500 Euro hätten und mit der AfD sympathisierten. Dabei sei die Analyse exemplarisch im Erzgebirgskreis durchgeführt worden, weil dort die Impfquote mit unter 40 Prozent sachsenweit am niedrigsten ist.

Künftig will das sächsische Sozialministerium dem Bericht zufolge die Ergebnisse der Studie wie Alter, Einkommen oder Bildungsgrad der Impfskeptiker auch bei seiner Impfwerbung und -aufklärung nutzen, um Menschen an Orten mit geringer Impfquote zu erreichen. Dafür plane das Sozialministerium etwa im Erzgebirge gezielt Postwurfsendungen, Zeitungsanzeigen sowie Social-Media-Filme.

aar
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