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Hausmitteilung Coronavirus / Ischgl / S-MAGAZIN

aus DER SPIEGEL 14/2020
Klusmann

Klusmann

Foto: MARCUS BRANDT / DPA

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit gut zwei Wochen gibt es gefühlt nur noch ein Thema, das die Welt bewegt, besser gesagt, zur Bewegungslosigkeit verdammt: das Coronavirus. Wir räumen dieser Krise allerhöchste Priorität ein, denn sie wird unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und die Art, wie wir leben, nachhaltig verändern. So viel steht heute schon fest. Je weniger Bewegungsfreiheit bleibt, desto schwerer wird es auch für uns zu recherchieren. Vieles lassen sich meine Kollegen über das Telefon schildern, konzipiert, geschrieben und layoutet wird der SPIEGEL aus dem »Mobile Office« heraus.

Bei unseren Recherchen konzentrieren wir uns auf Quellen, die wir lange kennen und denen wir vertrauen können. Und davon haben wir viele – dank des über Jahrzehnte gewachsenen SPIEGEL-Netzwerks. Und natürlich wird weiterhin jede Geschichte im Heft und bei SPIEGEL PLUS von unserer Dokumentation verifiziert, bevor sie veröffentlicht wird.

In den vergangenen Jahren wurde viel darüber diskutiert, wie notwendig klassische Medien eigentlich noch sind. Nun stellt sich heraus, dass sie gebraucht werden. Selten war unabhängiger, verlässlicher, unbestechlicher Journalismus so wichtig wie heute. Und genau das können wir beim SPIEGEL besonders gut, wie die Nachfrage derzeit zeigt: Die Website SPIEGEL.de hat Rekordzugriffe, die Zahl der Digitalabos wächst doppelt bis dreimal so schnell wie in normalen Zeiten, in manchen Supermärkten sind die Hefte am Erscheinungstag schon nach wenigen Stunden ausverkauft.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Ihnen bedanken. Dafür, dass Sie uns Ihr Vertrauen schenken. Und dafür, dass Sie uns mit Ihrem Kauf oder Abo unterstützen. Das ist in Zeiten wie diesen besonders wichtig für uns. Denn erstklassiger Journalismus, der sich nicht abhängig von Anzeigen machen will, kostet Geld, er kann nicht umsonst sein. Übrigens: Sollte Ihnen als Abonnent der gedruckte Spiegel einmal nicht pünktlich zugestellt werden, können Sie den Service unserer kostenlosen digitalen Ersatzlieferung nutzen (www.spiegel.de/ersatzsendung). Wir sind stolz, Sie als Leser zu haben. Bleiben Sie uns treu! Und vor allem: Bleiben Sie gesund.  Herzlich Ihr Steffen Klusmann

Wie unter einem Brennglas lässt sich die Coronakrise an den Geschehnissen im Wintersportort Ischgl in Tirol beschreiben, bis vor Kurzem Hotspot des Après-Ski, jetzt Sinnbild für Verantwortungslosigkeit. Ein Team um Österreichkorrespondent Walter Mayr und Spiegel-Mitarbeiter Felix Hutt recherchierte, wie aus Ischgl eine Virusbrutstätte werden konnte. Die Reporter sichteten vertrauliche Dokumente und sprachen mit Touristen, die das Virus aus Ischgl über Europa verstreuten. Bei ihren Recherchen waren sie selbst von der Pandemie betroffen. Mayr wollte nach Tirol reisen, hätte aber nach seiner Rückkehr in Quarantäne gemusst. Er arbeitete von zu Hause aus. Hutt telefonierte mit Menschen in Irland und Island, während neben ihm im Kinderzimmer seine acht Monate alte Tochter gewickelt wurde. »In Ischgl wurde fahrlässig versäumt, die Verbreitung des Virus zu verhindern«, sagt Hutt, »das Motto lautete: Geschäft vor Gesundheit.« Zum Artikel 

Als die neue Ausgabe des S-Magazin geplant wurde, war noch nicht abzusehen, dass dieses Frühjahr so ganz anders werden würde als alle anderen. Unsere Sehnsucht nach Natur und Natürlichkeit feiert das Stiljournal des SPIEGEL, das diesem Heft beiliegt – und ganz unverhofft bietet es mit seiner Ode ans Draußen, an Grün, Licht und Luft eine kleine Verschnaufpause von den aktuellen Zwängen der sozialen Distanz, des »Mobile Office« und der Schutzmasken. Zum S-Magazin 

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