Von Februar an EU-Impfnachweise ohne Booster nur noch neun Monate gültig

Wer nur zweimal gegen Corona geimpft ist, muss sich spätestens nach einem Dreivierteljahr eine Auffrischimpfung holen – sonst verfällt der Impfschutz. Das hat die EU-Kommission zum Schutz vor Omikron entschieden.
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Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate künftig spätestens neun Monate nach der Grundimmunisierung ungültig. Diese Entscheidung tritt am 1. Februar in Kraft, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Theoretisch können die EU-Länder noch ein Veto einlegen, was aber als so gut wie ausgeschlossen gilt, da die Regelung laut Kommissionssprecher mit den Staaten abgestimmt wurde.

Auffrischungsimpfungen werden demnach spätestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung empfohlen. Das Impfzertifikat soll aber drei weitere Monate gültig sein, bevor es abläuft, damit man genug Zeit hat, sich eine Auffrischungsimpfung zu holen.

Booster gegen Omikron

Hintergrund der Entscheidung ist die nachlassende Schutzwirkung der auf dem Markt befindlichen Coronaimpfstoffe. Denn Studien haben bereits deutlich gezeigt, dass die nach der Zweifachimpfung aufgebaute Immunität nach einigen Monaten wieder abnimmt. Eine Boosterimpfung frischt diesen Schutz wieder auf, das Immunsystem bildet dann wieder Antikörper, die das Coronavirus abwehren können. Vor allem für ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken, ist die dritte Impfung daher sehr wichtig, um gut geschützt zu bleiben.

Außerdem deuten die derzeit verfügbaren Daten darauf hin, dass allein die Zweifachimpfung weniger gut vor der Omikron-Variante schützt. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind vorläufigen Studiendaten zufolge nach drei Gaben immer noch effektiv gegen die neue Omikron-Variante.

Der EU-Impfnachweis besteht aus einem QR-Code, der direkt nach der Impfung in Praxen und Impfzentren erstellt wird oder nachträglich in Deutschland etwa in Apotheken erhältlich ist. Der Code ist in einer Smartphone-App darstellbar und kann digital ausgelesen werden. Die Codes werden trotz verschiedener Apps der einzelnen Länder überall in der EU erkannt und erleichtern auf Reisen Nachweise über Impfungen, frische Tests und kürzlich überstandene Infektionen mit dem Coronavirus.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula der Leyen hatte bereits nach dem EU-Gipfel vergangene Woche angekündigt, dass ihre Behörde zeitnah eine Regelung mit Blick auf den EU-Impfnachweis vorlegen werde. Vor der diesjährigen Sommersaison hatten sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf die letzten Details der europaweiten Zertifikate geeinigt. Sie werden mittlerweile in zahlreichen Ländern auch außerhalb der EU anerkannt.

hei/dpa