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CSU: Heubl in Ungnade

aus DER SPIEGEL 22/1976

Getreu seinem Wahlspruch »Rache muß man kalt genießen« schickt sich CSU-Chef Franz Josef Strauß an, seinen Stellvertreter Franz Heubl kaltzustellen. Anfang Mai hatte Strauß bereits den Versuch des bayrischen Bonn-Bevollmächtigten abgeblockt, als einer der ersten fünf Prominenten auf der CSU-Landesliste in den Bundestag einzuziehen. In einer Präsidiumssitzung weigerte sich Strauß, gemeinsam mit Heubl auf den Wahlplakaten zu erscheinen. Der Oberbayer warf Heubl, der sich mit dem CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl gut steht, grobe Illoyalität vor. Dabei bezog sich Strauß auf Veröffentlichungen, in denen Heubl mit Sprüchen wie »Strauß ist out, jetzt ist er besoffen« und »für den bayrischen Ministerpräsidenten braucht's einen Herrn, und der Strauß ist kein Herr« zitiert worden war. Der CSU-Chef ("Wie stehe ich vor meinen Kindern da") brüllte, Heubl habe ihm »die Ehre abgeschnitten«. Nun betreibt Strauß die Abwahl des CSU-Vize auf dem nächsten Personal-Parteitag. Vertraute ließ er streuen, gute Chancen für die Heubl-Nachfolge hätten die Minister Max Streibl und Fritz Pirkl.

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