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Daryl Hannah

aus DER SPIEGEL 45/2000

Daryl Hannah, 39, langbeiniger Hollywood-Star ("Splash«, »The Real Blonde"), hat bei ihrem schauspielerischen Ausflug in das Londoner West End mit Widrigkeiten zu kämpfen. Dort, auf der Bühne des Queen's Theatre, spielt sie die Hauptrolle in dem Stück »Das verflixte siebte Jahr«. Schmerzlich ist dabei für die Dame das noch immer geltende tierische Quarantäne-Gesetz der Engländer. Weshalb sie schon mal von tiefer Sehnsucht getrieben nach Los Angeles fliegt, nur um ihren kleinen Zoo zu besuchen, acht Hunde, vier Pferde, zwei Vögel und eine Katze. In der übrigen Zeit behilft sie sich mit den Bildern einer Videokamera, die sie vor ihrer Menagerie aufgebaut hat und die nun unentwegt per Internet Bilder ihrer Lieblinge nach London schickt. Schlimmer noch als der Trennungsschmerz wütet aber, so scheint es, ihre Angst vor Öffentlichkeit. Wann immer die als scheu bekannte Schauspielerin ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, »verhalte ich mich wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Ich erstarre. Ich werde katatonisch. Ich kann nicht mehr denken. Ich kann mich nicht bewegen, ich kann nichts hören, nichts sehen.« Bei dieser Selbstanalyse wundert dann doch, dass die Rezensionen zu ihrem Auftritt im Londoner West End so richtig übel nicht waren. Immerhin spielte in Billy Wilders Filmversion vom »Verflixten siebten Jahr« Marilyn Monroe 1955 die Hauptrolle.

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