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Briefe

Das eigentliche Verbrechen
aus DER SPIEGEL 22/1979

Das eigentliche Verbrechen

(Nr. 19/1979, Justiz: Der Kölner Richter Schmidt hat der Polizei die Durchsuchung seiner Wohnung aus rechtlichen Gründen verweigert)

In der Garage des Gebäudes war ein von den Tätern benutztes Kraftfahrzeug gefunden worden, und tatsächlich hatten sie in dem Gebäudekomplex auch eine konspirative Wohnung gemietet. Bei dieser Sachlage war eine Durchsuchung der Wohnung Rechtens und notwendig. Die Beamten haben ihre Pflicht getan und darum schütze ich sie.

Angesichts der Tatsache, daß wir das Leben eines Mannes retten wollten, hat dieser Herr Doktor Schmidt einen erschreckenden Mangel an Gemeinsinn offenbart, auf den er nicht stolz sein sollte. Und zweitens: Die Planer und Architekten, die solche Riesenkästen, 950 Wohnungen mit 4000 Bewohnern, bauen, sollte man dazu verurteilen, lebenslang in ihnen zu wohnen. Diese Mieterintensivhaltung anonymisiert den Menschen, macht ihn zum Nutzvieh, entwürdigt ihn und ist das eigentliche Verbrechen, dem der Richtei Doktor Schmidt zum Opfer fiel.

Düsseldorf DR. BURKHARD HIRSCH Innenminister Vogt Nordrhein-Westfalen

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