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Briefe

DAS EWIG-WEIBLICHE
aus DER SPIEGEL 11/1960

DAS EWIG-WEIBLICHE

Sagen Sie mal, verehrte Herren vom SPIEGEL, sind die Großkopfeten unseres Wirtschaftswunderlandes, über die Sie bis vor kurzem so hinreißend decouvrierend zu berichten wußten, inzwischen ausgestorben? Sieht man sich die Titelfiguren Ihrer letzten Hefte an, so muß man sich wohl diesem Trugschluß hingeben: Auf die seifenschaumgeborene Muse der Neuen Welle, Juliette Mayniel, folgte das herbe Antlitz der »Gotterkennerin« Mathilde Ludendorff, und - olympia-aktuell - sahen wir dann das Eislaufpaar Kilius/ Bäumler, wobei das Männliche bescheiden in den Hintergrund treten mußte, damit Teenager Marika recht plastisch zum Vorschein kam. Wer nun auf einen männlichen Titelhelden gehofft hatte, sah sich erneut getäuscht: Männer waren nicht, höchstens, eine bluttriefende rote Männerhand, die obendrein noch aus dem Ausland stammt. Und dann? Immer noch kein Deutscher, sondern Sensationssträfling Chessman. Ihm wird wohl wieder eine Dame folgen - denn bei Ihnen scheint Goethe hoch im Kurs zu stehen, den das Ewig-Weibliche auch schon »hinanzog«!

Köln MARTIN PETERSDORFF

Mayniel

Ludendorff

Kilius/Baumler

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