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MODERNES LEBEN Das grauenhafte Lindenstraßen-Massaker

aus DER SPIEGEL 42/1992

Hinter der Mauer muß die Welt zu Ende sein: Es gibt kein Leben jenseits der Lindenstraße, das Personal der Serie ist sich selbst genug - wenn einer neu dazukommt, dann scheint er der Lindenstraße einer anderen Stadt zu entstammen, und wenn einer stirbt, geht er in die himmlische Lindenstraße ein. Nun haben drei passionierte »Lindenstraßen«-Gucker, die Autoren Martin Keß und Jens Hinricher und der Zeichner Eckart Breitschuh, den Comic strip zu ihrer Lieblingsserie heraus- und dabei die schöne Fernsehwelt auf den Punkt gebracht ("Das Geheimnis der Lindenstraße«. Carlsen Verlag, 16,80 Mark): Die Bilder sind so flach und flau wie die auf dem Bildschirm, der Blick ist beschränkt, die Szene bleibt eng - nur die Story ist ein bißchen grausamer. Es gibt Tote und Verletzte, Häuser stürzen ein, und die böse Else Kling wird gefoltert und massakriert - lauter Dinge also, auf welche auch die Fernsehserie schon immer hinausläuft, die sie sich aber leider nicht leisten kann, weil Stunts und Spezialeffekte zu teuer wären. Und wenn nun die ersten Fans gegen soviel Gewalt und Gemeinheit wütend protestieren, dann beweist das nur, daß sie den allumfassenden Anspruch begriffen haben: Überall ist Lindenstraße.

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