Zur Ausgabe
Artikel 97 / 121
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

MONTAG Das kalifornische Quartett

19.25 - 21.00 Uhr ZDF
aus DER SPIEGEL 5/1995

Trügerische Fernsehkamera: Wer hätte beispielsweise gedacht, daß Dieter Zimmer - jener spröde Mann aus dem ZDF-Wahlstudio ("Können wir die erste Hochrechnung haben?") - auch ein so erfolgreicher Romanautor ist, daß seine Werke verfilmt werden? Das ZDF zeigt als Dreiteiler (Teil II, III: Mittwoch, 19.25 Uhr, Samstag, 20.15 Uhr) Zimmers Geschichte vom bildungshungrigen Lehrerehepaar (Herbert Herrmann, Susanne Uhlen), das sich während einer USA-Reise mit einem chaotischen Gemüsehändler (Silvan-Pierre Leirich) und dessen Freundin (Edda Leesch) in Irrungen und Wirrungen verstrickt. Eberhard Feik ist als Wurstfabrikant in seiner letzten Rolle zu sehen. *VORSPANN: 20.15 - 20.45 Uhr RTL *ÜBERSCHRIFT: Otto - die Serie

Friesierte Edgar-Wallace-Filme, Otto als Kopiefant, Humor aus der Festplotte. Nur schade, daß sich kalt und schwer die schlaue Hand der Reklame über Edgar Waalkes legt: Ein Fünf-Minuten-Werbeblock nach zehn Minuten (siehe Seite 176). *VORSPANN: 20.15 - 21.50 Uhr 3Sat *ÜBERSCHRIFT: Sweetie

Klug, witzig und voller unberechenbarer Erzähl-Purzelbäume schildert die neuseeländische Regisseurin Jane Campion in ihrem Erstling (Australien 1989) den Machtkampf zweier ungleicher Schwestern. Kay (Karen Colston) ist ein lebensscheues Mauerblümchen, Sweetie (Genevieve Lemon) fett, egozentrisch, gierig und leicht wahnsinnig. Campions Debüt fiel in Cannes als geschmacklos durch. Doch der Film folgt mit seinen stilisierten Bildern einer Traumlogik. Die Süddeutsche Zeitung entschlüsselte die Botschaft: »Unter der fauligen Haut des Alltags schlummern die Sehnsüchte. Aber es gibt im Film niemanden, der sie weckt.« *VORSPANN: 0.00 - 2.00 Uhr Vox *ÜBERSCHRIFT: Hinter dem Rampenlicht

Die Goldene Palme und vier Oscars erhielt 1980 Bob Fosses ("Cabaret") Musicalfilm vom arbeits-, nikotin- und tablettensüchtigen Regisseur (Roy Scheider), der unzählige Frauen verschleißt und schließlich einem Herzinfarkt erliegt. »All That Jazz« heißt der Originaltitel, was soviel wie »all der tägliche Streß« bedeutet. Fosses Werk gliedert sich in drei Abschnitte: den Blick hinter die Kulissen des Showbiz. Er zeigt den Erfolgsmenschen bei seinem anstrengenden morgendlichen Warming-up mit Duschen, dröhnender Barockmusik und Tablettenkonsum, bis der Held in der Stimmung ist, um zu produzieren. Die restlichen Abschnitte schildern den Infarkt und schließlich den Tod des Regisseurs. Das Ende ist ein Abschied in großem Stil, eine bühnenwirksame Apokalypse zu dem Simon-&-Garfunkel-Hit »Bye Bye Love«.

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 97 / 121
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.