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Reichstag »Das klingt astronomisch«

aus DER SPIEGEL 21/1995

SPIEGEL: Sir Norman, Sie sollen den Reichstag für 600 Millionen Mark umbauen und mit einer teuren Kuppel krönen. Geht es nicht preiswerter?

Foster: Absolut nicht, weil es sich um eine extrem komplexe Aufgabe handelt. Das Gebäude aus dem letzten Jahrhundert ist in den sechziger Jahren schon einmal komplett umgebaut worden. Wir müssen alte, zum Teil noch unbekannte Strukturen freilegen, ohne zu wissen, auf welche Probleme wir in der unteren Schicht stoßen.

SPIEGEL: Ist Ihr Honorar von 41 Millionen Mark nicht reichlich überzogen?

Foster: Die Summe klingt astronomisch für sechs Jahre Arbeit, bewegt sich aber am unteren Rand dessen, was laut Gebührenordnung für einen Auftrag von dieser Dimension möglich ist. Auch die Berliner Architektenkammer hält den Betrag für gerechtfertigt. Deshalb finde ich die Kritik am Honorar auch etwas merkwürdig.

SPIEGEL: Sie wollten, daß die Bevölkerung dem Parlament bei der Arbeit von oben zuschauen kann. Wird die Kuppel permanent für die Öffentlichkeit zugänglich sein?

Foster: Nicht unbedingt: Aus meiner Sicht gibt es zwar keinen Grund, die Öffentlichkeit auszuschließen. Doch der Bauherr, der Deutsche Bundestag, entscheidet, ob das Publikum nur an sitzungsfreien Tagen auf die Plattform der Kuppel darf. Bekanntlich mußten wir unsere Entwürfe mehrfach auf Wunsch des Bauherrn ändern. Noch immer sieht unser Entwurf größtmögliche Transparenz vor, aber von der Plattform oder der Besucherterrasse kann man nicht direkt in den Plenarsaal blicken.

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