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VERLAGE Das Print-Duell

aus DER SPIEGEL 2/2003

In eine neue Runde geht der Streit um die eigene Berufsehre zwischen »FAZ«-Herausgeber Frank Schirrmacher und Stefan Baron, Chefredakteur der »Wirtschaftswoche« ("Wiwo"). Auslöser des Print-Duells war ein Mitte Dezember erschienener »Wiwo«-Artikel über die »Frankfurter Allgemeine«, in dem einem »FAZ«-Redakteur fälschlich ein horrendes Gehalt plus Dienstwagen angedichtet wurde. Schirrmacher antwortete wutentbrannt, der »Wiwo«-Text sei »dumm«, »besonders infam« und »an Perfidie kaum zu überbieten«. Zudem warf er dem Magazin »Lüge« und »Skrupellosigkeit« vor und erwirkte eine Gegendarstellung. Das aber ging »Wiwo«-Chef Baron zu weit, der jetzt im Gegenzug von der »FAZ« Gegendarstellung und Widerruf fordert - bislang ohne Erfolg. »Wiwo«-Jurist Georg Wallraf will die Vorwürfe zurückweisen, die »Wiwo« habe »ein Lügensystem errichtet«. Schirrmacher sei »durchgeknallt«, lässt Baron von einer Chinareise verlauten. »Schön, dass Herr Baron in Urlaub ist«, kontert Schirrmacher. »Er scheint ihn dringend nötig zu haben.« Pikant: Die »Welt am Sonntag« hatte den Konflikt mit angeblichen Ambitionen Barons auf einen »FAZ«-Herausgeberposten erklärt. Auch dagegen will Baron nun vorgehen.

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