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Hausmitteilung Datum: 1. November 1976 Bakschisch-Journalismus

aus DER SPIEGEL 45/1976

Zwölftausend Deutsche Mark sollten von den griechischen Junta-Herren laut einer amtlichen Abrechnung, die dem Griechischen Rechnungshof und als Kopie dem SPIEGEL vorliegt, an zwölf namentlich aufgezählte westdeutsche Journalisten geflossen sein. Der SPIEGEL verbreitete diese Meldung in einer Fussnote vor sechs Wochen. Die Betroffenen bestritten in Gegendarstellungen, erwirkten Unterlassungs-Verfügungen und drohten Zivilklagen an, einer sogar eine Strafanzeige.

ZDF-Kommentator Löwenthal liess sich dazu am 29. September 1976 vernehmen: »Die heute hier dargestellten fragwürdigen Praktiken des SPIEGEL, meine Damen und Herren, so meine ich, lassen den gesamten Wahrheitsgehalt des Blattes wieder einmal so richtig deutlich werden.« Was es mit dem gesamten Wahrheitsgehalt der Pressebeeinflussung seitens der Athener Obristen-Junta auf sich hat, mit ihrer »kompletten Gastfreundschaft« und ihren sonstigen Zuwendungen, wurde vom SPIEGEL an Hand der noch vorhandenen griechischen Unterlagen rekonstruiert. Es geht nun um mehr als zwölftausend Mark, und doch um nichts anderes als, dies ist das Stichwort: Bakschisch-Journalismus (siehe Report »Aufwand für Veröffentlichungen«, Seiten 161 bis 182).

Die ausstellende Behörde des oben als Ausschnitt abgebildeten Dokuments, bei dem es unter den Punkten 11 bis 15 etwa um die Besichtigung von Delphi, Museumsbesuche, die Kosten eines Mietwagens in Kreta und Getränke geht, heisst in deutscher Übersetzung (auf dem Faksimile oben links) Generalsekretariat für Presse und Information! Direktion für Massenmedien/Büro für Auslandspresse.

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