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Hausmitteilung Datum: 11. Februar 1985 Umwelt

aus DER SPIEGEL 7/1985

Über Umweltrisiken berichte die deutsche Presse allzuoft nur mit »Horror-Meldungen«, so hat kürzlich das Institut für Umwelt und Gesellschaft des Wissenschaftszentrums Berlin geklagt. Kritisiert wird ein Journalismus nach dem »Muster des 'Schadstoffs der Woche'": mal Dioxin, mal Cadmium, mal Formaldehyd. Wichtiger jedoch als »einzelne sensationelle Nachrichten« seien »systematische Überblickdarstellungen, die Orientierung geben können« - eine Form der Berichterstattung, die im SPIEGEL Tradition hat.

»Aufsehenerregende Darstellungen des Waldsterbens im SPIEGEL im Herbst 1981« sowie »in der Folgezeit« in anderen Blättern haben laut Wissenschaftszentrum den entscheidenden Schritt »vom Informationsmonopol der Experten zur politischen Öffentlichkeit in Umweltfragen« ermöglicht. Das von Jochen Bölsche herausgegebene jüngste einschlägige SPIEGEL-BUCH 56 »Was die Erde befällt ...« zählt der Bund Naturschutz in Bayern »zu den wichtigsten Umweltbüchern dieses Jahrzehnts«.

Die in diesem Buch und einem SPIEGEL-Report (32/1984) vorgetragenen Warnungen vor einem »Bodensterben« waren von deutschen Bauernblättern noch als »Spiegel-Ei« abgetan worden. Letzte Woche häuften sich Belege für die These, daß die Verseuchung der Böden, wie im SPIEGEL vorausgesagt, zum Umwelt-Politikum Nummer eins wird: Während das Bonner Kabinett ein unverbindliches Bodenschutzkonzept verabschiedete, stritten die Umweltminister, wer die Milliardenkosten der Bodensanierung tragen soll (Seite 82), stand erstmals die Evakuierung einer auf Giftmüll gebauten Wohnsiedlung zur Debatte (Seite 91) und wurde in Hamburg Arsen zum »Schadstoff der Woche« (Seite 100).

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