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Hausmitteilung Datum: 20. August 1979 Segeln

aus DER SPIEGEL 34/1979

In den »kleinen Konferenzen«, zu denen sich um 10 Uhr die SPIEGEL-Ressortleiter in der Chefredaktion treffen, wird über aktuelle Themen diskutiert. Jeder hat die Agentur-Meldungen gelesen, mit den Korrespondenten telephoniert und weiss, wovon zu reden ist. Vergangene Woche war es etwas anders. Ausdrücke wie »Beidrehen« und »Sturmfock«, »spinnaker«, »Pinne« und »Kielbauweise« verwirrten die anwesenden Landratten. Zwar war ihnen der aktuelle Anlass klar, die Sturmkatastrophe bei der Fastnet-Regatta, aber das war?s auch. Das Wort hatten nur noch die Segler.

Dass SPIEGEL-Chefredakteur Johannes K. Engel, Eigner (Eigentümer) des Vierteltonners »Christine, Mitsegler vieler Kieler Wochen und entschiedener Gegner der Millionärsregatten à la »Admiral's Cup«, auf Dienstreise war, schmälerte zwar die Experten-Runde -- auch die Eigner der Touren-Jachten (Modell: Ohlson 8:8), Wolfgang Malanowski und Joachim Schöps vom Deutschland-II-Ressort waren im Urlaub unterwegs -, aber Experten gab es trotzdem genug. Zum Beispiel: Heinz-Jürgen Plathner, Leiter der SPIEGEL-Dokumentation, er segelt seit dem achten Lebensjahr, besitzt einen Kutter (Motorsegler) und hat bislang rund 15000 Seemeilen zurückgelegt; Eberhard Wachsmuth, verantwortlich für die SPIEGEL-Titelbilder, segelt

auf der Ostsee und im Mittelmeer und hält den Trend zu immer schnelleren, das heisst leichten und damit auch orkangefährdeten

Schiffen für unausweichlich; Dietrich Lachmund, SPIEGEL-Korrespondent in Kiel, ist seit Jugendzeiten hochseefest und segelt ein »Folkeboot«, das seinem Sohn gehört, und -- schliesslich nennt man den SPIEGEL auch »ein Hamburger Nachrichten-Magazin«, und zu Hamburg gehört nun mal das Wasser.

Aber Experten sind gut, dabeisein ist besser und dabei, bei der Fastnet-Regatta zum dritten Male war SPIEGEL-Verlagsleiter Michael Nesselhauf in der Neun-Mann-Crew auf der »Tai Fat« der Hamburger Regatta Gemeinschaft, Segler seit mehr als 20 Jahren. Gezählt hat er die Seemeilen nicht, »vielleicht waren es 5000, vielleicht auch 9000«. Sein Bericht ("Erst eine Niete und dann das Grosse Los") auf Seite 89.

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Den in diesem Heft beginnenden Vorabdruck aus Norman Mailers Buch »Das Lied vom Henker« hat die Journalistin Armgard Seegers unter Mitarbeit von SPIEGEL-Redakteur Hellmuth Karasek übersetzt.

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