FDP-Spendenaffäre NRW-Schatzmeister Reichel tritt zurück


Düsseldorf - Der Schatzmeister der nordrhein-westfälischen FDP, Andreas Reichel, will sein Amt niederlegen. Das Maß an Aufklärungsarbeit, was angesichts der "haarsträubenden Vorgänge" um die Finanzierung des antiisraelischen Flugblatts von Ex-Landeschef Jürgen Möllemann nötig sei, könne von einem ehrenamtlichen Schatzmeister nicht geleistet werden, sagte Reichel vor einer Sitzung des FDP-Landesvorstands, an dem auch Parteichef Guido Westerwelle teilnehmen wollte. "Ich werde deshalb vor dem Landesvorstand erklären, dass ich mein Amt beim kommenden Landesparteitag zur Verfügung stellen werde", sagte Reichel.

Um den nach Möllemanns Rücktritt vakant gewordenen Landesvorsitz wird es offenbar einen Machtkampf zwischen den beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden Ulrike Flach und Andreas Pinkwart an. Flach sagte, es werde nun eine Kampfkandidatur zwischen zwei Kandidaten geben.

Nach SPIEGEL ONLINE berichtet nun auch die ARD, dass ein Wahlkreismitarbeiter von Flach im Verdacht steht, an der Spendenaffäre beteiligt gewesen zu sein. Flach bestätigte am Montag, dass ihr Mitarbeiter der FDP eine größere Spende überwiesen habe. Er habe aber versichert, dass dieses Geld aus privaten Mitteln stamme, sagte Flach.

Es lägen von insgesamt 17 Mitarbeitern der FDP dienstliche Erklärungen vor, sagte Flach. Von ihnen habe nur der Buchhalter der Landespartei zugegeben, auf Anweisung von Landesgeschäftsführer Hans-Joachim Kuhl als Strohmann Spenden eingezahlt zu haben. Ihr Wahlkreismitarbeiter, der auch für die FDP-Bundestagsabgeordneten Gudrun Kopp und Gerhard Schüssler gearbeitet habe, bestreite die Beteiligung an der illegalen Spendenpraxis.



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