Ein Auftritt John McCains wäre weniger spektakulär gewesen als der Obamas, meint Horst Teltschik, Kanzleramtsberater unter Kanzler Helmut Kohl. Er fragt die deutschen Obama-Fans, ob sie auch einen "farbigen Deutschen" zum Kanzler wählen würden.
Berlin - "Ein glänzender, dennoch ambivalenter Auftritt: Barack Obama, Präsidentschaftskandidat, kommt erstmals nach Deutschland und hält auf einem der populärsten Plätze Berlins eine öffentliche Rede. Wird jetzt ein deutscher Kanzlerkandidat im Wahljahr 2009 vor dem Washington Monument zu den Amerikanern reden wollen?
Der Gegenkandidat John McCain kommt seit Jahrzehnten jährlich nach Deutschland. Er kennt alle wichtigen Politiker persönlich. Sein öffentlicher Auftritt wäre wenig spektakulär.
Dennoch: Es war gut, dass Obama nach Berlin kam. Wichtiger als seine Rede waren die Gespräche mit Bundeskanzler Merkel und Vizekanzler Steinmeier, denn das können die Partner von morgen sein.
Es war gut, weil sich die deutschen Obama-Anhänger jetzt fragen sollten, ob sie bereit wären, einen farbigen Deutschen zum Bundeskanzler zu wählen und damit gesellschaftliche Mauern niederzureißen, von denen Obama auch gesprochen hat."