Lafontaine-Attacke "Der Staatsfeind trägt heute Brillanten"

Oskar Lafontaine lässt nicht locker: Erneut verglich der Ex-SPD-Chef seinen Nachfolger und Kanzler Gerhard Schröder mit Reichskanzler Heinrich Brüning. Der Saarländer warnte vor einem Versagen der politischen Linken und attackierte die kriminellen Reichen im Lande.


Verteilt verbale Schläge von Links: Oskar Lafontaine
DPA

Verteilt verbale Schläge von Links: Oskar Lafontaine

Hamburg - In der "Bild"-Zeitung verglich Lafontaine die heutige Situation noch einmal mit der Endphase der Weimarer Republik, in der Reichskanzler Heinrich Brüning mit seiner Sparpolitik Lohnkürzungen, Preisverfall und hohe Arbeitslosigkeit ausgelöst hatte.

Weil die Linke sich nicht habe einigen können, sei damals die Rechte stark geworden, schrieb der einstige Bundesfinanzminister in seiner Kolumne. Das drohe auch heute: "Haider, Le Pen, Fortuyn und auch Schill hatten Zulauf, weil die kleinen Leute sich nicht mehr vertreten fühlen."

Zugleich griff Lafontaine die Wohlhabenden in der Gesellschaft scharf an. Nicht die Linken, sondern die Reichen seien heute Vaterlandsverräter: "Der Staatsfeind trägt heute Brillanten, wohnt in einem Steuerparadies und fälscht Bilanzen."

Die Weimarer Republik sei auch an der Lüge zu Grunde gegangen, erklärte der SPD-Politiker. Er bezichtigte die Bundesregierung in diesem Zusammenhang des "Wackelns" in der Irak-Politik. Dies gelte aber auch für die Opposition: "Auch Stoiber hat heilige Eide geschworen, sich nicht am Irak-Krieg zu beteiligen. Ihm müssten daher Eselsohren wachsen."



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