Menschen-Klonen Antinori will nach Großbritannien ausweichen

Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi soll den italienischen Frauenarzt Severino Antinori bereits zum Klonen von Menschen eingeladen haben. Daraus ist bisher nichts geworden. Nun hat Antinori angekündigt, nach Großbritannien zu gehen, mit der Absicht dort menschliche Klone zu schaffen.


Antinori: Will Gesetzeslücke in Großbritannien zum Menschenklonen nutzen
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Antinori: Will Gesetzeslücke in Großbritannien zum Menschenklonen nutzen

London - Er werde sofort nach Großbritannien kommen, um eine dort bestehende Gesetzeslücke auszunutzen, kündigte Antinori in einem BBC-Gespräch an. Am Donnerstag hatte der High Court, das oberste britische Zivilgericht, entschieden, dass eine befruchtete menschliche Eizelle, in die ein fremder Zellkern eingesetzt worden ist, nach der derzeitigen Gesetzgebung nicht als Embryo betrachtet werden kann. Das Verfahren, mit dem das Schaf Dolly geklont wurde, könnte nach dieser Rechtsprechung auch legal beim Menschen angewendet werden.

Das Verfahren vor dem High Court war von Klon- und Abtreibungsgegnern angestrengt worden, um der Regierung die Gesetzeslücke deutlich zu machen. Die britische Regierung erwägt nun die Verabschiedung eines neuen Anti-Klon-Gesetzes im Schnellverfahren, um Versuche, wie Antinori sie offenbar plant, zu verhindern.

"Es gibt in diesem Land keinen gesetzlichen Schutz gegen Klonen", folgerte der Direktor der ProLife-Allianz, Bruno Quintavalle. "Wir haben gezeigt, dass die Regierung lügt, wenn sie sagt, dass das Klonen von Menschen verboten ist." Sir Brian Heap, Vizepräsident der Wissenschaftsgesellschaft Royal Society, sagte: "Die Regierung sollte sicherstellen, dass das Gesetz das reproduktive Klonen von Menschen in Großbritannien ausdrücklich verbietet."

Lord Hunt, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, kündigte Berufung gegen das Urteil an. Er sagte: "Wir sind absolut gegen das reproduktive Klonen von Menschen und haben schon gesagt, dass wir ein Gesetz einbringen werden, um das zu einem neuen Straftatbestand zu machen."



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