Unmut über "Mecker-Münte" Münteferings Merkel-Attacken vergrätzen Top-Genossen

Führende Genossen werfen Franz Müntefering vor, der Partei mit seinen Angriffen gegen Kanzlerin Merkel einen Bärendienst zu erweisen - sie würden die zerstrittene CDU nur zusammenschweißen. Nach SPIEGEL-Informationen hält der Parteichef dennoch an seiner Strategie fest.


In der SPD-Spitze gibt es Unmut über die scharfen Attacken von Parteichef Franz Müntefering gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Mitglieder der engsten Parteiführung kritisieren intern, Münteferings Angriffe seien verfrüht und übertrieben.

Sie könnten dazu führen, dass die Union sich nach Wochen des Streits wieder stärker mit der Kanzlerin solidarisiere. Attacken von außen gegen die eigene Führung würden in der CDU traditionell die Geschlossenheit stärken.

Statt Merkel als Person anzugreifen, sei es für die SPD besser, in der Öffentlichkeit auf die fortdauernden inhaltlichen Debatten innerhalb der Union hinzuweisen. So ließe sich der Zwist im gegnerischen Lager verstärken.

Müntefering hatte Merkel in den vergangenen Wochen wiederholt vorgeworfen, sie sei führungsschwach. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bezeichnete ihn deshalb als "Mecker-Münte".

Trotz der Kritik will der Parteichef seine Angriffe fortsetzen. Es gehe darum, offenkundige Schwächen des politischen Gegners klar zu benennen, verteidigte er vor Vertrauten seine Taktik. Die SPD könne keinen Wahlkampf führen, in dem die Kanzlerin geschont werde.



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