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»DENK DICH EMPOR«

aus DER SPIEGEL 45/1965

Auch Sie verdienen es, schon 1966 Erfolg zu haben«, lockt die ganzseitige Anzeige in fetten Großbuchstaben. Sie verheißt Hilfe, »Ihre Berufswünsche zu verwirklichen«, verspricht »höheres Einkommen, eine sichere Zukunft, interessantere Arbeitsaufgaben, vermehrtes Ansehen, angenehmere Arbeitsbedingungen«.

Nur ein kleiner Schritt sei zu meistern: »Reißen Sie die Bildungsschranken nieder, die zwischen Ihnen und dem Erfolg stehen.« Und: »Studieren Sie in Ihrer Freizeit, ohne Verdienstausfall, ohne Ortswechsel, in aller Ruhe zu Hause.«

So wirbt das Hamburger Fern-Lehrinstitut (HFL) für die 230 Briefkurse, die es im Sortiment hat. Von A wie Abitur (für 1494 bis 1696 Mark) bis Z wie Zimmermeister (für 396 Mark) wird alles für alle feilgehalten.

Täglich erliegen etwa 200 Bundesbürger der Suggestion, ein Ausbildungsvertrag mit dem Institut biete die Garantie auf eine bessere Zukunft. Über 100 000 Kunden sind in der Versandkartei des Bildungskaufhauses registriert.

Mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von zwölf Millionen Mark hält das Hamburger Unternehmen des Ehepaars Walter und Irma Schultz-Rahe die Spitze einer Branche, die derzeit mit etwa 150 privaten Firmen besetzt ist. Und jedes Jahr, so berichtet der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Fernschulen, Dr. Joachim Jaenicke (Würzburg), »kommen Dutzende neue Leute auf die Idee, damit ließe sich Geld verdienen, was auch stimmt«.

Prokurist Helmut Ulbrich vom Hamburger Institut: »Unser Umsatz hat sich innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt.«

Immer mehr Bundesbürger drängen zum Heim -Lernen, um sich für Arbeitsplätze mit höherem Einkommen zu qualifizieren. Beruflich steckengebliebene Volks- oder Mittelschulabsolventen wollen die weiterführende Ausbildung nachholen, die ihnen das staatliche System vorenthalten hat.

An der Hochkonjunktur in Fernbildung nehmen die unterschiedlichsten Lehrinstitute teil. Etliche von ihnen, so zum Beispiel die gemeinnützigen Einrichtungen von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Großunternehmen oder die Lehrabteilungen von Verlagen wie Langenscheidt, arbeiten nach bewährten Methoden. Zahlreiche Firmen jedoch bieten Kurse an, deren Wert für Bildung und Fortkommen nur schwer meßbar ist.

Die Kulturbehörden vergessen über dem Bildungsnotstand, sich um den Fernunterricht zu kümmern. Unbehindert von schulrechtlichen Vorschriften, jedem Lizenz-Zwang enthoben, dürfen Briefversender als »Fernschulen« oder »Fernlehrinstitute« firmieren - weder die Bezeichnung »Schule« noch die Bezeichnung »Institut« ist in der Bundesrepublik geschützt - oder sich mit noch anspruchsvolleren Titeln schmücken.

So gibt es die Fernakademie Karlsruhe, das Mewes-Studium in Frankfurt und die Studiengemeinschaft Darmstadt. Weltweiten Ruf spiegeln Namen wie International (Inter-) School (Köln-Zürich) oder das der Unesco nachempfundene Unieco (Aachen).

Kein Kultusministerium, kein Schulamt überwacht das Geschäft oder verlangt den Bildungshändlern pädagogische Kenntnisse ab. Die bundesdeutschen Kulturämter nehmen kaum zur Kenntnis, daß Versandkaufleute Jahr für Jahr

- etwa eine halbe Million Bundesbürger nach selbstgezimmertem Ausbildungsprogramm unterrichten;

- rund 150 Millionen Mark für den Verkauf ihrer Lehrbriefe einstreichen, die oft Kopien oder Kurzfassungen von Fachbüchern sind;

- täglich etwa 1000 »Diplome«, »Zertifikate« oder »Zeugnisse« ausstellen, die zu nichts berechtigen und von keiner Behörde anerkannt sind. Was die selbsternannten Schulleiter lehren wollen, bestimmt ausschließlich ihr Gespür für den Markt der Wünsche. Folglich gibt es nichts, was nicht gelehrt wird.

Der Briefabonnent kann sich zum Kirchenmaler ausbilden lassen, zum Bestseller-Autor oder Graphologen, er kann durch Fernstudium Flugzeugführer werden oder Heilpraktiker, Geschäftsführer ebenso wie Gutsdirektor, Jagdaufseher, Weinbauer oder Champignonzüchter.

Die Fernschulunternehmer handeln mit Mathematik, Physik, Chemie und Geometrie, aber auch mit Latein und Griechisch. Sie lehren Italienisch für den Urlaub (Hamburger Fern-Lehrinstitut: »Der Lehrplan gleicht einer spannenden Reise"), »sich russisch zu unterhalten«, oder schlicht »Richtiges Deutsch«.

Selbst der Gipfel eines Dr. rer. pol. ist zu ersteigen. So jedenfalls behauptet der Münchner Repetitor Dr. Hans Hiebinger ("Ich achte besonders auf verhältnismäßig schnelle Zielerreichung"), der zu diesem Ziel selbstverfaßte Fernkurse über den »gesamten Stoff der Wirtschaftswissenschaften« (Preis 1920 Mark) anbietet.

Ein besonders weites Feld öffnet sich den Fernlehrern bei der großen und ständig wachsenden Zahl moderner Spezialberufe, für die es noch keine geregelten Ausbildungs- und Laufbahnvorschriften gibt.

Dem Kundendienstleiter beispielsweise, dem technischen Betriebswirt, Kalkulator oder Programmierer steht im Grunde nur der Ausbildungsweg über Schule und betriebliche Lehre offen, der ihm meist nicht zu ausreichenden Spezialkenntnissen verhilft.

Für das Millionenheer der unteren und mittleren kaufmännischen Angestellten hält das herkömmliche System nur das Minimalprogramm der kaufmännischen Lehrzeit bereit. »Je länger die Entwicklung fortschreitet«, resumiert Rolf Spaethen, Chef der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, »um so größer wird die Diskrepanz zwischen den betrieblichen Anforderungen einerseits und der klassischen Ausbildungsmethode andererseits.«

Hier nun bieten die Fernschulunternehmer ihre »Lebenshilfe« an, wie es der »Oberstudienleiter« des Hamburger Fern-Lehrinstituts, Diplom-Volkswirt Kurt Graff, nennt.

So hält etwa Graffs Institut unter dem Generalnenner »Kaufmann« zu Preisen von 276 bis 585 Mark 21 verschiedene Sparten feil - vom Außenhandelskaufmann über den Büro-, Sanitär- und Versandhandelskaufmann bis zum Werbekaufmann. Selbst einen Europa-Kaufmann hatten die Hamburger eingeplant.

Die führenden Fernausbilder arbeiten im wesentlichen nach dem gleichen Schema. Sie

- werten die Fachliteratur über ein bestimmtes Wissensgebiet aus und zerstückeln die Gesamtdarstellungen in zahlreiche Einzelabschnitte;

- bereichern die zu »Lehrbriefen« oder »Lehreinheiten« aufbereiteten und in Alltagsdeutsch übersetzten Kapitel um Hausaufgaben;

- lassen die eingesandten Schülerarbeiten von Korrektoren zensieren;

- verteilen nach der letzten Lieferung und der letzten Schülerarbeit ein Zeugnis, das die erfolgreiche Teilnahme bescheinigt.

Da es eine allgemeinverbindliche Lehr-Systematik für das Fernstudium in Westdeutschland bislang nicht gibt, kann ein Versandprofessor seine eigene Wundermethode anpreisen. In der Regel wird dabei die harte geistige Schwerarbeit verharmlost, die jedes Autodidakten-Dasein abverlangt, und suggeriert, daß allzu ernsthafte Arbeit nicht nur unnötig, sondern geradezu gesundheitsschädlich sei.

»Jede Übertreibung ist gefährlich« mahnt das Hamburger Fern-Lehrinstitut. Und: »Es ist wichtig für den Erfolg, daß Sie sich auf keinen Fall zu sehr plagen.«

Die Studiengemeinschaft Darmstadt des früheren Handelsreisenden Werner Kamprath vermittelt ein »Lesestudium«, bei dem lediglich »täglich zwei bis drei Seiten leseappetitlicher Druck« zu verdauen sind. Direktor Klaver von der International (Inter-) School: »Geben Sie mir 30 Minuten pro Tag, und ich lehre Sie lebendiges Englisch in fünf Monaten.«

Wie mit Markenzeichen schmücken sich die Firmen mit den Namen ihrer Lehrmethoden. So lehrt der Münchner Volkswirt Dr. Gerhard Meuschke, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Fernlehrinstitute, Sprachen nach der »Naturmethode«, die ein dänischer Sprach forscher namens Jensen vor Jahrzehnten ausgeknobelt hat.

Lateinische Grammatik sieht in der Naturmethode so aus: »Iulia wird zu Iuliam, wenn erzählt wird, daß Marcus sie schlägt, ebenso wie Marcus zu Marcum wird, wenn es über ihn her geht.«

Richard Pille vom Fortschritts-Sprachenverlag in München hat das »Aufschlußverfahren« ersonnen, der Heidelberger Dr. Fritz Kuhr arbeitet nach einer »Reformmethode« ("Sie bedient sich psychologischer Naturgesetze, die auch in Ihnen wirksam sind").

In Stuttgart vertreibt Lehrbriefhändler Scharre seine »Erfolgsmethode« ("Wir verlangen... keinerlei Begabung von Ihnen"). Der »Psychotechniker« Tony Gaschler bildet seine Kunden nach der »Lerne-im-Schlaf-Methode TOGA« aus, die mittels Tonbandgeräts »des Nachts beim Schlaf in das Unterbewußtsein dringt«.

Schlichter sind die Methoden, nach denen Lehrbriefe verfaßt und vielfältig benutzt werden. So hat etwa das Hamburger Fern-Lehrinstitut zum Thema Gesellschaftsrecht einen Lehrbrief von 33 Seiten aufgesetzt, der bei 84 Lehrgängen unterschiedlicher Zielsetzung verwandt wird. Komplizierte juristische Themen wie etwa das Recht der Kommanditgesellschaft auf Aktien oder der Eingetragenen Genossenschaft sind auf jeweils ein bis zwei Seiten komprimiert.

Die Hamburger »Studienleitung« weiß zwar: »Viele Einzelheiten mußten unerörtert bleiben.« Doch begnüge sich sogar »der normale Jurist« mit derlei »begrenztem Wissen«.

Stets sind die Fernschul-Unternehmer darauf bedacht, ihren Fundus von Lehrstücken vielseitig zu nutzen.

Als in Hamburg 1963 das Fach »Holzkaufmann« neu eingeführt wurde, brauchte von den damals 60 Lehrbriefen zum Preis von 372 Mark (heute: 65 Lehrbriefe für 498 Mark) nur ein gutes halbes Dutzend über »Holzkunde« neu verfaßt zu werden. Was sonst zum Thema Holz vonnöten war, konnte dem vorhandenen Lehrbriefstapel der Kurse »Baukaufmann«, »Baustoffhändler«, »Bautechniker«, »Technischer Zeichner: Bau- und Holzfach« oder »Aufnahmeprüfung Bauschule« entnommen werden; allgemeines Kaufmannswissen lag ohnehin, in Lehrbriefe zerstückelt, zum Versand bereit.

In nützlicher Weise lassen sich im großen Fernschulgeschäft einzelne Unterrichtskapitel zu immer wieder neuen Lehrgängen zusammenflicken. Beim Falkensteiner Institut für Berufsförderung beispielsweise konnte für den herabgesetzten Gesamtpreis von 660 Mark »Bürochef« werden, wer auf einen Streich folgende Einzellehrgänge abonnierte:

- »Der Verkaufs- und Werbekorrespondent«,

- »Denk Dich empor«,

- »Praktische Menschenkenntnis und

- angewandte Psychologie«,

- »Seminar für Arbeitsvereinfachung

im Betrieb«,

- »Der produktive Mensch« und »Ihr

Weg zum Kaufmann«.

Ein ähnliches Paket, nur vermindert um den Weg zum Kaufmann und den Verkaufs- und Werbekorrespondenten, lag der Ausbildung zum »Direktor« zugrunde; hinzu kamen Plantechnik, »Die Kunst des Schreibens für alle«, »Englische Konversation für Anfänger«, »Wirksame Werbung und Absatzförderung« sowie das »Vertreter- und Reisenden-Seminar«. Gesamtpreis für den Direktor: 1080 Mark.

Wenn sich die Bildungsbeflissenen bei einer Fernschule verdingt haben, führt meist kein Weg zurück. In den kleingedruckten Vertragsklauseln oder den Studienordnungen, die der Kunde anzuerkennen hat, ist fast immer der Passus versteckt, daß die Vereinbarung unkündbar sei. Bei Werner Kamprath kann der Studienfreund »nur zum Ende eines Studienjahres« kündigen und dann auch nur, wenn der Lehrgang weniger als 400 Mark gekostet hat.

Der Hamburger Bildungsfabrikant Schultz-Rahe räumt zwar ein, daß »der Lehrgang vorzeitig abgebrochen« werden kann, falls »der Lehrgangsteilnehmer dem Fernunterricht nicht zu folgen vermag«. Doch die Feststeilung dieses Unvermögens bleibt ausschließlich der »Studienleitung«, nicht etwa dem Schüler, überlassen.

Obwohl bei fast allen Fernschulen bis zum Ende bezahlt werden muß, hält nur etwa ein Zehntel bis höchstens ein Viertel aller Abonnenten den Kurs bis zum Ende durch. »Von einem großen Teil der Schüler«, bekennt der Verbandsvorsitzende Dr. Meuschke, »hört man überhaupt nichts mehr. Die meisten fallen zwischen dem ersten und dem fünften Lehrbrief ab.«

Diese Abfaller werden im Branchenjargon als Schulgestorbene bezeichnet. Sie tragen wesentlich zu Finanzierung und Gewinn der Unternehmen bei: Im Verkaufspreis jedes einzelnen Lehrbriefes ist ein Betrag von etwa 1,50 bis drei Mark für die Korrektur der einzusendenden Hausaufgaben enthalten, den die Firmen von den Schulgestorbenen weiter kassieren, ohne davon Korrektoren bezahlen zu müssen.

Die Bildungshändler strengen sich in der Regel deshalb auch nicht übertrieben heftig an, Studienfreunde bei der Stange zu halten. Schon in ihren Prospekten weisen sie mitunter darauf hin, daß der Schüler zur Ablieferung von Hausarbeiten nicht gezwungen sei. In den Verträgen, so beim HFL, muß er sich nur zur pünktlichen Zahlung, nicht zur Einsendung von Arbeiten verpflichten.

Wie viele Schüler das Klassenziel erreichen und welchen konkreten beruflichen Nutzen die Absolventen aus ihrem Abschlußzeugnis ziehen, darüber können die Briefversender nur undeutliche Angaben machen. Großunternehmer Kamprath, der seinen Ingenieur- und Meister-Aspiranten mehrwöchigen Direktunterricht zur Pflicht macht: »Erfolgsquoten kann man schwer nennen. Das wäre mißverständlich.« Er bietet lediglich den »Erfahrungssatz« an, daß von 100 Studienteilnehmern 15 die Prüfung ablegen.

Beim Hamburger Fern-Lehrinstitut heißt es: »Unsere Erfolgsquote liegt bei 20 bist 23 Prozent. Aber entscheidend ist der Lebenserfolg. Der ist viel größer.

Für den Lebenserfolg seiner Schüler zitiert der Darmstädter Kamprath die Summe von 34,66 Millionen Mark - so viel habe der Mehrverdienst betragen, den die Kamprath-Studenten bereits ein Jahr nach Beendigung ihrer Kurse einstrichen. Die Basis für diese Statistik: eine Umfrage bei 100 früheren Schülern oder 0,08 Prozent der 120 000 Kamprath-Kunden.

Konkrete Resultate können nur wenige der Fernschul-Unternehmen aufweisen, so beispielsweise die in Stuttgart ansässige »Akademikergesellschaft« unter ihrem leitenden Direktor Kurt W. Schönherr, der in fünf Großstädten der Bundesrepublik eigene Schulen unterhält und eng mit 14 Volkshochschulen zusammenarbeitet.

Sie beschäftigt 200 pensionierte Gymnasiallehrer, die den Schülerstamm durch eine Kombination von Fern- und mündlichem Unterricht abiturreif trimmen. Wer die harte Matura-Presse nicht durchhält, kann ohne Anstand seinen Ausbildungsvertrag kündigen.

Zwischenprüfungen und zehnstündiger , Direktunterricht an jedem Sonnabend bewirkten, daß bei der letzten Externen-Abitur-Prüfung am Gymnasium von Gelnhausen kein einziger Akademiker-Kandidat durchfiel.

Weniger glanzvoll ist das jüngste Abitur-Resultat des Hamburger Fern-Lehrinstituts: Bei der Prüfung am Mädchen-Gymnasium Kleine Burg in Braunschweig kamen von sechs HFL -Fernschülern nur drei über die Hürde.

Den Bildungsfabrikanten ist schmerzlich klar, daß ihre Schlußbescheinigungen nur private Meinungsäußerungen sind. Emsig streben sie deshalb danach wenigstens einen Anflug von offizieller Anerkennung zu erhalten.

Einige gründeten Berufsverbände und ließen sich von ihnen die Fernbildung sanktionieren. Andere heuerten Hochschulprofessoren als »Pädagogischen Beirat« an oder verschonten ihr Aufklärungsmaterial mit den Konterfeis von Prominenten. So bediente sich die International (Inter-) School eines Bildes der Bundesministerin Elisabeth Schwarzhaupt.

Am meisten ließ sich der Hamburger Walter Schultz-Rahe die Public Relations kosten, der ohnehin mit etwa 2,5 Millionen Mark jährlich - allein fast eine Million Mark für die »Briefwerbung« - den größten Werbeetat der Branche hat.

Die Offiziellen bleiben zumeist kühl. »Nicht übersehen werden darf«, erklärte Staatssekretär Dr. Walter Müller vom Hessischen Kultusministerium, »daß sich gerade im Bereich des Fernunterrichts geschäftliche Interessen teilweise recht stark geltend machen.« Der nordrhein-westfälische Kultusminister Professor Dr. Paul Mikat meinte, zunächst einmal sei notwendig, »einen Katalog von Anforderungen an die Institute, die Fernunterricht erteilen, zusammenzustellen, um ein einheitliches Niveau zu garantieren«.

Von der nächstliegenden Methode, sich staatliche Anerkennung zu verschaffen, halten die meisten Bildungsfabrikanten nichts. Strikt weisen sie die Zumutung zurück, ihre Ausbildungsprogramme und Lehrmethoden staatlicher Aufsicht zu unterstellen, wie das zum Beispiel zahlreiche Privatschulen tun.

Verbandschef Meuschke: »Wenn der Konsument einen Mantel kaufen will, muß er auch seine Erfahrungen machen.«

Prospekte deutscher Fernschulen: Für 1080 Mark eine Ausbildung zum Direktor Fernlehrer Kamprath: Täglich zwei leseappetitliche Seiten Zeugnis des Hamburger Fern-Lehrinstituts

230 Kurse im Sortiment

Fern-Schulmeister Graff (r.), Fernschüler-Kartei: Lebenshilfe per Post

Latein-Fernlehrer Meuschke

Aus Marcus wird Marcum...

Meuschke-Lateinlehrheft ...wenn Julia ihn schlägt

Akademie-Leiter Schönherr

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