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Der Architekturstreit

aus DER SPIEGEL 42/1994

in Berlin begann, als der Senatsbaudirektor Hans Stimmann zu seinem Amtsantritt 1991 sagte: »Wir müssen Berlin nicht neu erfinden« und die »Rückbesinnung auf die europäische Städtebautradition« forderte. Der 1941 in Lübeck geborene Maurer, Ingenieur und Architekt wacht als das »ästhetische Gewissen« des Bausenators darüber, daß sich der Neuaufbau Berlins an den historischen Stadtgrundriß und die traditionelle Steinarchitektur hält. Verfechter dieser konservativen Baupolitik ist auch der Berliner Architekt Josef Paul Kleihues, einst Leiter der Internationalen Bauausstellung in Berlin. Ihm wird vorgeworfen, ein »Machtkartell« anzuführen. Der Kunsthistoriker Heinrich Klotz, 1935 in Worms geboren, war bis 1989 Direktor des Deutschen Architektur-Museums in Frankfurt und leitet seitdem das Zentrum für Kunst- und Medientechnologie in Karlsruhe. Klotz wirft den Berlinern »Machtallüren«, Einschränkung der Bauvielfalt und die Rückkehr zum Klassizismus der Nazis vor. Der Berliner Architekturstreit wird zunehmend politisiert und ist von der Suche nach der neuen nationalen Identität der Deutschen nicht zu trennen.

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