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MODERNES LEBEN Der Duft der Harmonie

aus DER SPIEGEL 29/1989

»Heitere Frische«, die in die Nase steigt, verkauft die erste deutsche Duftberaterin Diotima von Kempski. Aus Bronze-, Silber- oder Kristallskulpturen, sogenannten Duftdosen, läßt sie wohlige Gerüche entströmen, wobei der Zweck die Mischung bestimmt: Ostindische Hölzer und Gewürze wirken »lockernd und entspannend«, während provenzalische Kräuter eher die Konzentration fördern. Spezialisiert hat sich die Düsseldorferin auf die olfaktorische, den menschlichen Riechnerv ansprechende Raumgestaltung. Ein ärztliches Wartezimmer veredelt sie für »66 bis 500 Mark«. Wer auf Großveranstaltungen wie der Computermesse CeBit von ihren unterschwellig harmonisierenden oder aktivierenden Essenzen profitieren will, muß bis zu 200 000 Mark entrichten. Gegen penetrante Fremdgerüche kann allerdings auch Diotima von Kempski nicht antreten: Bei Bratkartoffeldunst, sagt sie, »hilft nur Durchzug«.

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