Zur Ausgabe
Artikel 26 / 119

Der Fall des Jahrhunderts

aus DER SPIEGEL 31/1992

wurde das genannt, was Jürgen Bartsch getan hatte: Als 15jähriger tötete er im Ruhrgebiet einen 8jährigen, das war 1962. In den folgenden vier Jahren starben durch seine Hand drei weitere Jungen. Ein fünftes Opfer blieb am Leben, weil es sich befreien konnte. Bartsch wurde 1967 in Wuppertal zu fünfmal lebenslang Zuchthaus, 1971 in Düsseldorf zu zehn Jahren Jugendstrafe und Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt verurteilt. Er hoffte auf Behandlung. 1976 starb er im Alter von 29 Jahren, als er sich kastrieren lassen wollte, durch einen Narkosefehler.

Erwin Hagedorn aus Eberswalde in der damaligen DDR war 16, als er 1969 zwei Jungen umbrachte. Zahlreiche Kinder, an die er sich heranmachte, hatte er laufenlassen müssen, weil er gestört wurde. Als 18jähriger tötete er noch einmal. Der Fall wurde vor ausgewählter Öffentlichkeit abgewickelt. Der Staat entledigte sich seiner, indem die Justiz Hagedorn, obwohl bei den ersten Taten noch Jugendlicher, zum Tode verurteilte. 1972 wurde er hingerichtet.

Im Leipziger Untersuchungsgefängnis sitzt seit mehr als fünf Monaten Marco Fechner, der gestanden hat, 1991 - mit 13 Jahren und drei Monaten - den ersten Jungen, ein Jahr darauf einen zweiten getötet zu haben. Weitere Kinder hat er, wie auch diese beiden Jungen, sexuell mißbraucht. Was soll mit ihm geschehen?

Zur Ausgabe
Artikel 26 / 119
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.