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DER MÜNCHHAUSEN-TEST

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Friedrich Merz am 30. Oktober in der ZDF-Sendung »Maybrit Illner« über den CDU-Mitbegründer Karl Arnold
aus DER SPIEGEL 45/2008

DIE FAKTEN

Karl Arnold, der 1901 im württembergischen Herrlishöfen geborene spätere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, engagierte sich schon als junger Mann in der christlichen Arbeiterbewegung. Während der Nazi-Zeit wurde er wegen seines politischen Engagements von der Gestapo verfolgt. Nach dem Krieg war Arnold Mitbegründer der CDU. Gemeinsam mit dem Sozialdemokraten Hans Böckler beteiligte er sich zudem am Aufbau des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Arnold machte sich für eine neue Gesellschaftsordnung stark, die er »christlichen Sozialismus« nannte. Er verstand darunter einen Weg zwischen ungebremstem Kapitalismus und kommunistisch organisiertem Gemeinwesen. Innerhalb der Union warb Arnold für die Vergesellschaftung von Schlüsselindustrien - dies fand auch im 1947 verabschiedeten Ahlener Programm der CDU seinen Niederschlag.

DER TEST

Friedrich Merz weiß, wer Karl Arnold war. Er bestätigte dies während der Talkshow-Sendung im Gespräch mit Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine. Die politischen Visionen des CDU-Gründungsvaters werden dem Bundestagsabgeordneten und Finanzexperten ebenfalls nicht fremd sein.

DAS FAZIT

Dass es dem Kapitalismus-Fan Friedrich Merz nicht recht ist, an christlich-sozialistische Partei-Ahnen erinnert zu werden, ist verständlich. Nur leugnen kann er diese Wurzeln der Union nicht.

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