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DER PREISINDEX FÜR DIE LEBENSHALTUNG

aus DER SPIEGEL 1/1960

DER PREISINDEX FÜR DIE LEBENSHALTUNG

ist als Maßstab für die Kaufkraft der Mark die politisch gewichtigste westdeutsche Statistik. Allerdings ist umstritten, ob das von ihm abgeleitete relativ günstige Verhältnis zwischen Preisen und Einkommen mit der bundesdeutschen Wirklichkeit noch übereinstimmt. Der Index wird nämlich an Hand einer Gruppe von Waren- und Dienstleistungen - des »Warenkorbs« - errechnet, die ebenso wie die vorausgesetzten Verbrauchsmengen - die »Wägung« - in den Jahren 1950 beziehungsweise 1952 als typisch festgelegt wurde. Zudem repräsentierte der Vier-Personen-Arbeitnehmerhaushalt mit nur einem Einkommen, dessen Budget der Index mißt, schon 1950 nur etwa 15 Prozent der westdeutschen Haushalte. Mithin erfaßt der Index nicht die längst erheblich veränderten Konsumgewohnheiten, die sich vielfach gerade auf die Verbrauchssparten mit überdurchschnittlichen Preiserhöhungen verlagert haben und folglich das Einkommen stärker beschneiden als das überalterte Verbrauchsmodell des Index. Vor allem werden heute Dienstleistungen vom Haarschnitt bis zur Reparatur am Fernsehgerät viel stärker beansprucht. Sie sind zugleich die Spitzenreiter des Preisanstiegs.

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