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Briefe

Der Ruhm der Stunde
aus DER SPIEGEL 1/1996

Der Ruhm der Stunde

(Nr. 50/1995 Titel: Aids - Der Durchbruch?)

Ich fasse es nicht: Da gibt es Tausende von aidsinfizierten Menschen, denen die Lebenszeit immer knapper wird und von denen viele so ziemlich alles geben würden, um einen Stoff gegen ihre Infektion schnell zu erhalten - und dort gibt es Menschen wie die Wissenschaftler Kurth und Gallo (und deren Kollegen), die sich um den Ruhm der Stunde schlagen, wer zuerst seine Entdeckung des Aidsschutzfaktors der Allgemeinheit zugänglich machte oder dies künftig schaffen wird. Beneidenswert die stoische Ruhe, mit der Herr Gallo Stück für Stück seines Wissens herausrückt, um möglichst viel Kohle und natürlich Ehre abzuschöpfen. *UNTERSCHRIFT:

Bergisch Gladbach MARTINA MEIER

Auch wenn es schmerzlich ist, es einzugestehen - es gibt einfach keine Wundermittel, und es wird sie auch in Zukunft nicht geben. Wieder und wieder lesen wir über den Durchbruch in der Aids- oder auch Krebsforschung. Große Schlagzeilen und Titelbilder wecken immer wieder aufs neue Hoffnungen, die realistisch gesehen nicht erfüllt werden können. Die Entwicklung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe ist ein langer Prozeß - zehn Jahre von einer Entdeckung im Uni-Labor zum Markt sind eher der Normalfall. *UNTERSCHRIFT:

Belmont (USA) DR. JENS W. ECKSTEIN

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