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Deutsche dürfen nicht ermitteln

aus DER SPIEGEL 3/1989

Bundesdeutsche Behörden dürfen kein Verfahren gegen den amerikanischen Piloten einleiten, der nach Meinung von Experten für die Flugzeugkatastrophe von Remscheid verantwortlich war. Die Staatsanwaltschaft in Wuppertal scheiterte schon im Vorfeld ihrer Ermittlungen an einem Veto der Alliierten.

Ein Staatsrechtsberater der US-Luftwaffe erklärte in mehreren Gesprächen mit den Staatsanwälten, die Amerikaner wollten die Angelegenheit unter sich regeln. Nach dem Nato-Truppenstatut können die deutschen Behörden dagegen nicht angehen.

Die deutschen Strafverfolger wollten prüfen, ob sich der Führer einer A-10-Rotte der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht hat. Er hatte am 8. Dezember kurz vor dem Start in Nörvenich den Flugplan geändert und war im Sichtflug mit einem für Übungen dieser Art wenig trainierten zweiten Piloten in eine dichte Wolkendecke geraten. Dieser Pilot verlor über Remscheid die Orientierung und stürzte ab (SPIEGEL 52/1988).

Die nach der Kunstflugkatastrophe von Ramstein eingesetzte Sonderkommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Luftwaffeninspekteurs Johannes Steinhoff hat unterdessen schärfere Vorschriften für Flugtage gefordert. In ihrem Bericht für Minister Rupert Scholz lehnt die Expertengruppe »alle Flugvorführungen mit reinem ,Showeffekt'« - wie die Ramsteiner Todesschau der italienischen Kunstflugstaffel »Frecce Tricolori« - ab. Die »relevanten« Vorschriften der Bundeswehr und der Nato-Alliierten sollten »überprüft, und wo erforderlich, verschärft werden«.

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