Zur Ausgabe
Artikel 86 / 93
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

DEUTSCHE FRAGE
aus DER SPIEGEL 8/1968

DEUTSCHE FRAGE

(Nr. 6/1968, Forst)

Wenn Porsts Selbstdarstellung zutrifft, hat er sich mehr »ums Vaterland verdient« gemacht als sämtliche Gesamtdeutschen Minister der Bonner Republik.

Köln ROBERT KAHL.

Wenn jemand, wie Herr Porst, versucht, aus Deutschlands Spaltung eigenes Kapital zu schlagen, so kann man das nur schlicht als »gesamtdeutsche Schweinerei« bezeichnen.

Mittenwald (Bayern) HORST WAGNER

Wie hoch steht dieser Mann doch über den berufsmäßigen Hetzern und Volksverdummern!

Wiesbaden JOSEF LEDERER

Es gleicht schon journalistischer Porstitution, wie Sie in Ihrem wohlproporstionierten Artikel den L'art-pourl'art-Marxisten Porst zu verniedlichen versuchen!

Hamburg ARPAD THUROCZY

Ich habe in den siebenundvierzig Jahren meines Lebens noch nie einen Hut besessen. Aber -- ich würde mir einen Hut kaufen, wenn ich einmal das Vergnügen haben könnte, Herrn Porst zu begegnen. Ich würde diesen Hut dann ziehen, mich tief verbeugen, dem Herrn Porst sagen: »Sie sind der erste wirklich ehrliche und tapfere Deutsche, dem zu begegnen ich je das Vergnügen hatte«, und dann würde ich den Hut in die nächste Mülltonne werfen.

Bochum Rudolf H. Scholz*

Zehn Hannsheinz Porst würden genügt haben, aus dem deutschen Dilemma etwas Positives zu machen, leider: es

* Schriftsteller (Vater werden ist nicht schwer, Von Bochum in die Welt").

gibt nur einen Hannsheinz Porst! Schade!

Oldenburg (Schi-Holst.) MARTIN Peters

Ein Axel Springer ist mir tausendmal lieber als ein Porst.

Mannheim ANTON Lutz

Da haben wir also zwei Millionäre, die -- jeder auf seine Art -- die Wiedervereinigung herbeiführen wollen. Wenn Sie nun beide Herren miteinander vergleichen und ihre Haltung und Initiative, so müßten Sie eigentlich zu dem Resultat kommen, daß Porst sympathischer ist. Jedenfalls, wenn Sie mich fragen, dann wäre ich für Porst.

Essen H. H. LEESMEISTER

Der Phantast Porst möge erreichen, was beredtem Barzel und schnauzendem Schmidt vorenthalten blieb: die deutsche Diskussion. Oberndorf (Hessen)

PFTER Friess

Ich finde es beachtlich und beeindruckend. daß Porst sich sachlich und überzeugend zu seinem Handeln bekennt. Wenn sein Beispiel nur bewirkt, daß die Motive und Ziele Porsts diskutiert werden, hat es jene politische Sprengwirkung, die man in unserer Lage dringend braucht. Hannover

HANS-EBERHARD PIEFHO Leiter d. Jugendforums Hannover

Solange solche »Pendler zwischen zwei Welten« wie Porst kein Gift im Gepäck haben und im Interesse des Weltfriedens auf beiden Seiten taktisch klug operieren, erreichen sie mehr als Diplomaten; sie sind echte Diplomaten. Baienfurt (Bad.-Württ.) A. MAUCH

Nun hat uns Herr Porst das Rezept zum gesamtdeutschen Erfolg gegeben. Wenn wir seinem aufgezeichneten Weg folgen, brauchen wir uns nur die Rosinen aus dem kapitalistischen und kommunistischen Kuchen herauszupicken. Wie man sieht, heiligt der Erfolg die Mittel.

Hannover MANFRED PANNECK

Bankdirektor

Den »Marxisten« kann dem Porst niemand abnehmen!

Köln EGON ARTHUR SCHMIDT

An dem krassen Fall des Herrn Porst wird wieder einmal deutlich, daß ideologische und weltanschauliche Grenzen heute nicht mehr exakt zu ziehen sind. Unsere Epoche kann man als das Zeitalter der Schizophrenie bezeichnen.

Walsum ULRICH WASCHER

Die Ausflüge des Herrn Porst in den Kommunismus erscheinen mir wie illusionistische Jugendschwärmerei. Mit kindlicher Tolpatschigkeit taumelte er blindlings zwischen beiden Fronten. Hie Marxist, hie Kapitalist! Gières (Grenoble)

CHRISTIANE RAFFLENISEUL stud. oec.

Herr Porst, Sie sagen, daß Sie Millionär und Marxist sind. Da ich auch Marxist bin, erkennen wir sicher beide das Kommunistische Manifest an. Helfen wir also dem Proletariat zum Siege, indem wir unser Geld zusammentun, um der Forderung, das Privateigentum abzuschaffen, Folge zu leisten.

Warendorf (Nrdrh.-Westf.)

WERNER BOLLMANN

WIR SIND ZWAR MARXISTEN ABER KEINE MILLIONÄRE WIR FRAGEN MIT LENIN -- WAS TUN FRAGEZEICHEN

Berlin KLAUS E. DIEDRICH Betriebswirt

RICHARD LINDT

Industriekauf mann THOMAS P. KRÜGER Großhandelskaufmann

Marxist und Millionär gleichzeitig zu sein, das sagt sich so schön. Setzt man aber statt Marxist »Sozialis« und statt Millionär »Kapitalist«, so leuchtet auch dem Dümmsten ein: Beides schließt einander aus.

Frankfurt PETER MATTHIAS

Marxist als Millionär, das ist (wenn nicht als Funktionär) ein Unding. Freudenstadt (Bad.-Württ.)

HELMUT BEILINGER

Was ist nun dieser Hannsheinz Porst wirklich?

Hamburg ERNST GERLACH

ein politisches Chamäleon.

Ulm ARTHUR BAUMETZ

... politischer Einfaltspinsel.

Lörrach (Bad.-Würlt.) SIFGFRIED PÜWICK

ein Millionär, der seinen Verstand gebraucht.

Hamburg B. HASE

ein (zwar millionenschwerer) kleinkrämerischer Rückversicherer.

Emmendingen PETER BUTZ

kennen wir doch. Früher hatten sie einen Juden im Keller versteckt, heute haben sie ein SED-Parteibuch im Safe. Nur schade, daß die parteigläubigen DDR-Bewohner niemals erfahren, mit welchen Kapitalisten sich ihre Oberen verbrüdern.

Hass-el (Saarland) BERNHARD WILMS

kein Kaufmann, der sich rückversichern wollte, sondern ein Mann, der wirklich von dem Willen beseelt ist, zu seinem Teil mitzutragen an einer Wiedervereinigung aller deutschen Menschen auf friedlichem Wege. Drochtersen (Nieders.)

HORST VON ALLWÖRDEN

Kaufmann

... einem Mann, dessen Leben aus unüberbrückbaren Widersprüchen besteht.

Kleve HERMANN VERVOORTS

... unser neuer künftiger doppeldeutscher Führer und Mauerloch-Millionär-Marxist.

Köln H. O. STIPPICH

... nur »Lippen-Marxist«.

Darmstadt HELMUT G. MÜLLER

... Minister für gesamtdeutsche Fragen. (Leider war das nur ein Traum.) Gevelsberg (Nrdrh.-Westf.)

WOLEGANG-JÜRGEN ZIER Stadtverordneter

Symbolfigur Deutschlands. Gelsenkirchen GERD WILLAMOWSKI stud. jur.

Zur Ausgabe
Artikel 86 / 93
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.