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SERBIEN Deutsche Schützenhilfe gegen serbische Mafia

aus DER SPIEGEL 2/2003

Die internationale Gemeinschaft fühlt sich durch die wachsende Kriminalität in Serbien bedroht. Einzelne Mafiaclans stellen dort mittlerweile eigene Privatarmeen auf. Daneben ist der Balkanstaat auch Hauptstützpunkt der Transitroute für illegale Migration und Drogen. Schon warnt Marko Nicovic, Vizepräsident der Internationalen Assoziation für Drogenfahnder, zu höchster Eile: »Wir müssen in Kürze mit einer Serie von Attentaten auf Politiker, Richter und Wirtschaftsbosse rechnen. Die Mafia rüstet zum blutigen Kampf.« Der überforderten serbischen Polizei eilen nun das amerikanische FBI und das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) zu Hilfe. In Budapest durften jetzt erstmals serbische Polizisten an Spezialkursen der dortigen internationalen Polizeiakademie teilnehmen, die maßgeblich vom FBI organisiert wird. Auch BKA-Beamte sollen künftig intensiver als bisher zur Schulung serbischer Kollegen eingesetzt werden. Zudem investierte das Bundesinnenministerium allein im vergangenen Jahr rund eine Million Euro in modernste Polizeiausrüstung für Belgrad, wie sie »nicht einmal jedes Landeskriminalamt in Deutschland besitzt«, so ein serbischer Diplomat. Dazu gehören 16 Spezialfahrzeuge, Abhörgeräte, Minilabore, Phantombildsysteme sowie Prüfzentralen zur Feststellung gefälschter Pässe.

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