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DIENSTAG Deutschland, deine Biere

17.30 - 18.00 Uhr Nord III
aus DER SPIEGEL 5/1995

Kabarettisten verzapfen einiges, manchmal führt der Weg von der satirischen Würze zur Stammwürze. Hanns Dieter Hüsch, Weißbart der deutschen Brettlbarden, führt durch die maßvollen Geschichten über das Bier. *VORSPANN: 20.00 - 22.00 Uhr DSF *ÜBERSCHRIFT: Fußball

FC Barcelona - Werder Bremen. Zwar nur ein Freundschaftsspiel, aber dafür, halleluja, nicht in der Halle. *VORSPANN: 20.15 - 21.04 Uhr ARD *ÜBERSCHRIFT: Wir sind auch nur ein Volk

Und was für eins: Die amüsante Serie von Jurek Becker - heute letzter Teil - erwies sich mit durchschnittlich 3,7 Millionen Zuschauern als Quotengrab. *VORSPANN: 22.15 - 22.45 Uhr ZDF *ÜBERSCHRIFT: Im Zeichen der Schuld

Heike Mundzeck berichtet in ihrer Reportage vom bedrückenden Schweigen der in Israel lebenden Nazi-Opfer, das die Kinder schwer belastet hat. »Wir Kinder trauten uns nicht zu fragen«, gesteht einer der Porträtierten. *VORSPANN: 23.00 - 0.30 Uhr West III *ÜBERSCHRIFT: Rote Sonne

Der Berliner Regisseur Rudolf Thome verfolgt einen Traum: »Ein Kino, das aussieht wie die Filme von Hawks und Godard. Ein Kino, das Spaß macht. Ein Kino, das einfach ist und radikal.« Radikal sind die Heldinnen dieses Films, männliche Phantasiegeburten aus dem Geist der späten sechziger Jahre. Peggy (Uschi Obermaier), Christine, Sylvie und Isolde, vier gepflegte Töchter der Emanzipation, schubsen ihre Liebhaber vom Balkon oder legen sie mit Handfeuerwaffen um. Sie wollen mit keinem Mann länger als fünf Tage leben - dann muß er sterben. Doch der Schwur wird auf eine harte Probe gestellt, weil Peggy wegen eines Jungen (Marquard Bohm) den Mordtermin verpaßt. Thome, der kühle Cineast, bekommt die abstruse Geschichte in den Griff. Die Zeit: »Die Zwischenräume des Erzählens sind Leerstellen für assoziative Phantasie. Meilenweit ist Thomes Kino vom üblichen Fast food entfernt. Bei ihm muß man schon kauen, bevor man schlucken kann.« *VORSPANN: 23.15 - 0.40 Uhr Hessen III *ÜBERSCHRIFT: Der fünfte Freitag - Melancholia

David (Jeroen Krabbe), ein deutscher Kunstkritiker Mitte 40, lebt seit 20 Jahren in London und schiebt trotzdem Frust. Verlorene Träume haben Furchen um seinen Mund hinterlassen. Doch Kritikasters Elend währt nicht ewig: Ein Manfred (Ulrich Wildgruber) aus alten Apo-Tagen ermuntert ihn zu einem politischen Attentat. Er erledigt den Mord an einem chilenischen Folterer, tötet den Hamburger Auftraggeber und zieht sich in ein italienisches Landhaus zurück. Heiterer wird er von solchen Aktionen nicht. Am Debüt (1989) des Filmkritikers und Besitzers eines angesehenen englischen Verleihs, Andi Engel, störte die professionellen Betrachter die bloß behauptete Trauer des Helden, die nie nachzufühlen sei.

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