1. Mai Krawalle in Hamburg - friedliche Feiern in Berlin

Massives Polizeiaufgebot in Hamburg: Nach Krawallen im Schanzenviertel wurden in der Nacht zum 1. Mai mehrere Randalierer festgenommen. Mutmaßliche Linksautonome warfen Scheiben ein und setzten Barrikaden in Brand. In Berlin hingegen verlief die Walpurgisnacht zum ersten Mal seit Jahren friedlich.

Hamburg - Um 22:50 Uhr fingen im Hamburger Schanzenviertel auf der Straße Schulterblatt die Randale an. Auf der Kreuzung vor dem Autonomen-Zentrum Rote Flora errichteten Randalierer eine brennende Barrikade. Etwa ein Dutzend Protestler mit schwarzen Kapuzenpullovern entwendete weiße Mauersteine von einer Baustelle, zertrümmerte diese auf der Straße. Einige Randalierer warfen die Steinbrocken gegen die Schaufenster und Geldautomaten der gegenüberliegenden Sparkassen-Filiale.

Mehrere Randalierer wurden festgenommen, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AP sagte. Die genaue Zahl der Festnahmen konnte sie bislang nicht angeben. Augenzeugen berichteten von einem massiven Polizeiaufgebaut, auch Wasserwerfer fuhren auf.

Mehrere Hundertschaften kesselten die Straße Schulterblatt ein, räumten die Barrikaden ab. Viele der Randalierer flüchteten in die Rote Flora. Die Beamten postierten vor den Ausgängen des Gebäudes Wachen. Mindestens ein Randalierer wurde abgeführt, berichteten Augenzeugen. Der Abgeführte wehrte sich heftig, zwei Polizisten drückten ihn zu Boden.

Die Situation beruhigte sich schnell wieder. Um 23:20 Uhr war die Randale vorbei. Die Polizei riegelte die umliegenden Straßen noch eine Weile ab, um 23:45 Uhr rückten die Einsatzfahrzeuge ab. Die Straße ist seitdem für Autos wieder passierbar.

Am frühen Mittwochabend war eine Demonstration mit rund tausend Teilnehmern aus der linken Szene vom Stadtteil Ottensen ins Schanzenviertel friedlich verlaufen. An diesem Donnerstag werden zu den Demonstrationen am 1. Mai mehrere tausend Teilnehmer erwartet.

Berlin feierte zugleich die bislang friedlichste Walpurgisnacht seit mehr als zehn Jahren. Bis kurz vor Mitternacht gab es nach Angaben der Polizei keine Störungen durch Randalierer. Auch Festnahmen wurden nicht verzeichnet. "Wir sind sehr zufrieden", sagte ein Polizeisprecher. In der Walpurgisnacht 2007 waren knapp 120 Randalierer festgenommen worden. Auch in den Jahren davor war es immer wieder zu Gewaltausbrüchen gekommen. Die Polizei verwies aber darauf, dass die Feiern noch nicht zu Ende seien und der Alkoholkonsum steige.

amz/AP

Mitarbeit: Stefan Schultz