Steinmeier-Rede zu 30 Jahren Mauerfall "Frust, Wut, Hass - reißen wir diese Mauern endlich ein"

Mehr Mut, mehr Zusammenhalt, mehr Toleranz: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Rede zum 30. Jahrestag an den mündigen Bürger appelliert. Er richtete seinen Blick auch ins Ausland.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte von den Bürgern mehr Courage

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte von den Bürgern mehr Courage

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Am 30. Jahrestag des Mauerfalls hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Deutschen aufgerufen, ihre selbst errichteten Mauern einzureißen. In den vergangenen Jahren seien quer durchs Land neue Mauern entstanden: "Mauern aus Frust, Mauern aus Wut und Hass. Mauern der Sprachlosigkeit und der Entfremdung", sagte der Bundespräsident vor Zehntausende Menschen am Brandenburger Tor in Berlin. "Reißen wir diese Mauern endlich ein".

Für den Zusammenhalt könne jeder und jede im Land etwas tun, appellierte der Bundespräsident. Er wünsche sich, "dass wir etwas von dem Mut, der Zuversicht und dem Selbstbewusstsein jener Tage des Mauerfalls in unsere Zeit heute holen".

Zur Bühnenshow mit Schauspieldarbietungen, Licht-Installationen und zahlreichen Musikern und Bands waren zehntausende Besucher zum Brandenburger Tor gekommen.Der Bundespräsident würdigte in seiner Rede auch den Beitrag der Menschen in Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei zum Mauerfall. Ihr Mut habe die Teilung Europas beendet.

Steinmeier dankte dem damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow , der eine Politik der Entspannung eingeleitet habe, und dem ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan als Vertreter des "starken Arms aus dem Westen".

Dieses "Amerika als Partner in gegenseitigem Respekt" und "gegen nationalen Egoismus" wünsche er sich auch in Zukunft, sagte Steinmeier an die Adresse von US-Präsident Donald Trump gewandt. Hier erntete der Bundespräsident viel Applaus.

SPIEGEL ONLINE
flg/Reuters/dpa
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