30 Jahre Mauerfall  Unionsfraktionschef räumt Fehler ein, SPD attackiert AfD

Am 9. November vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer. Im Bundestag gesteht Unionsfraktionschef Brinkhaus Fehler ein. Die Magdeburger SPD-Abgeordnete Budde kritisiert, die AfD vereinnahme die "friedliche Revolution".

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat Fehler bei der Ausgestaltung der deutschen Einheit eingeräumt. Man habe viel über Geld gesprochen, aber nicht die Brüche in den Biografien der Menschen in Ostdeutschland gesehen, "die sich komplett neu erfinden mussten", sagte der CDU-Politiker. "Das war wirklich der große Fehler dieser Wiedervereinigung."

Der Bundestag würdigte in einer Debatte die friedliche Revolution von 1989 und das Niederreißen der Mauer durch die Bürger der DDR. Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Tino Chrupalla sorgte für Empörung, als er erklärte, Deutschland werde heute wieder durch einen "antideutschen Trennwall" zerteilt. Er griff Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an, indem er erklärte, er verstehe nicht, wie diese so wenig Mitgefühl und Liebe für das von ihr regierte Volk empfinden könne.

Die Magdeburger SPD-Abgeordnete Katrin Budde wies den Begriff "Wende" für die damaligen Ereignisse zurück. Dieser stamme von Egon Krenz, der Erich Honecker als Staatsratsvorsitzender und SED-Generalsekretär nachgefolgt war.

"Wer diese Parole heute ausgibt, der steht nicht in der Tradition der friedlichen Revolution, der steht in der Tradition von Egon Krenz", sagte Budde in Anspielung auf die AfD. Diese hatte soeben in Sachsen, Brandenburg und Thüringen mit ihren überwiegend aus Westdeutschland kommenden Spitzenkandidaten Wahlkampf mit der Parole "Vollendet die Wende" geführt.

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cht/dpa
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