42. Jahrestag Mauerbau "Die DDR war nicht urig"

Es war gespenstisch: In der Nacht zum 13. August 1961 begannen Einsatztrupps der DDR die Grenze nach West-Berlin mit Stacheldraht und Panzern abzuriegeln. Wenig später stand ein unüberwindbarer Todesstreifen. Zum 42. Jahrestag warnen Politiker: Die DDR dürfe nicht Kult werden.


Berlin - Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit legte an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße sowie am Mahnmal für den 1962 erschossenen Flüchtling Peter Fechter, 18, nahe des früheren Kontrollpunktes Checkpoint Charlie Kränze nieder.

August 1961: Unter Aufsicht von bewaffneten Volkspolizisten arbeitet eine Maurerkolonne am Todesstreifen
DPA

August 1961: Unter Aufsicht von bewaffneten Volkspolizisten arbeitet eine Maurerkolonne am Todesstreifen

Der SPD-Politiker warnte am Rande der Gedenkveranstaltungen vor einer Verklärung der SED-Diktatur. "Wir müssen aufpassen, dass die DDR nicht Kult wird." Menschen hätten die Tendenz, sich in der Rückschau nur an das Positive zu erinnern.

Vertreter aller Parteien und der Bundesregierung gedachten der Maueropfer in der "Kapelle der Versöhnung". Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel mahnte, Freiheit und Demokratie zu bewahren. Peter Ramsauer von der CSU-Landesgruppe erklärte, die DDR sei "kein uriges Unikum oder anachronistischer Komödienstadl" gewesen, sondern ein skrupelloser Unterdrückungsapparat.

Die Kranzniederlegung an der Bernauer Straße wurde durch Zwischenrufe von Opfern des DDR-Regimes gestört. Sie kritisierten die SED-Nachfolgepartei und die Bundesregierung. Am Mahnmal für Peter Fechter stahl ein Kritiker die Schleife vom Kranz der PDS.

Mauer in den Köpfen

Einer Meinungsumfrage der forsa zufolge sieht die Mehrheit der Deutschen immer noch eine "Mauer in den Köpfen" zwischen Ost- und Westdeutschen. 62 Prozent der Befragten glauben an große Unterschiede zwischen den Menschen aus den alten und den neuen Bundesländern.

Bei den Ostdeutschen ist der Anteil mit 73 Prozent deutlich höher als bei den Westdeutschen (59 Prozent). An der Umfrage nahmen 1003 Menschen teil.



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