Wegen Nähe zu Wladimir Putin 74 Prozent der Deutschen für SPD-Ausschluss von Gerhard Schröder

Die Nähe des Altkanzlers zum russischen Präsidenten wird auch in der deutschen Bevölkerung kritisch gesehen, wie eine Umfrage zeigt. Viele Deutsche befürworten auch weitergehende Maßnahmen gegen Schröder.
Altkanzler Gerhard Schröder: Deutliche Mehrheit der Deutschen für Parteiausschluss

Altkanzler Gerhard Schröder: Deutliche Mehrheit der Deutschen für Parteiausschluss

Foto: Christoph Soeder / picture alliance/dpa

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gerät wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin in den Augen der deutschen Bevölkerung immer mehr ins Abseits. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist laut einer repräsentativen Umfrage dafür, Schröder aus der SPD auszuschließen.

Das Meinungsforschungsinstitut Insa befragte dazu 1005 Personen im Auftrag der »Bild am Sonntag«. Demnach sind 74 Prozent aller Deutschen und sogar 82 Prozent der SPD-Wähler der Meinung, dass Schröder aus der SPD ausgeschlossen werden sollte. 75 Prozent finden, dass Schröders Ruhegehalt gestrichen werden sollte, wenn er seine Spitzenjobs bei russischen Staatskonzernen nicht aufgibt. Unter SPD-Wählerinnen und -Wählern vertreten 79 Prozent diese Haltung.

Der frühere Bundeskanzler war wegen seines Festhaltens an Geschäftsbeziehungen zu Russland trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine zuletzt stark in die Kritik geraten. Konkret geht es um Schröders Posten bei den russischen Energieunternehmen Nord Stream 1 und 2 sowie dem Ölkonzern Rosneft, wo er Aufsichtsratschef ist. Zudem soll Schröder einen Aufsichtsratsposten des russischen Staatskonzerns Gazprom übernehmen.

Nach der SPD-Spitze hatte auch Bundeskanzler Olaf Scholz seinen Vor-Vorgänger am Donnerstag dazu aufgefordert, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen zu räumen. Die Heidelberger Sozialdemokraten beantragten Schröders Parteiausschluss.

has/dpa/AFP