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Hohe Auszeichnung Aachener Karlspreis geht an Präsident Wolodymyr Selenskyj und die Ukrainer

Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk werden mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die Würdigung gilt als eine der bedeutendsten Europas.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Foto:

IMAGO/Alexander Rozhenyuk/Ukrainian Pr / IMAGO/ZUMA Wire

Der Karlspreis 2023 geht an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk. Das gaben das Karlspreisdirektorium und die Stadt Aachen am Freitag bekannt.

Zur Begründung hieß es, dass das ukrainische Volk unter Selenskyjs Führung nicht nur die Souveränität seines Landes und das Leben seiner Bürger verteidige, »sondern auch Europa und die europäischen Werte«. Mit der Verleihung unterstreiche man, dass die Ukraine Teil Europas sei. Bevölkerung und Regierungsvertreter verdienten »die Ermutigung«, »rasch Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu führen«.

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Das Direktorium würdigte Selenskyj als »Halt und auch Vorbild für sein Volk« im Krieg Russlands gegen die Ukraine. Für das ukrainische Volk sei er nicht nur Präsident und Oberbefehlshaber der Armee, sondern auch »Motivator, Kommunikator, der Motor und die Klammer zwischen der Ukraine und der großen Phalanx der Unterstützer«.

Viele prominente Preisträger

Der Karlspreis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich in führender Position um die europäische Einigung verdient machen.

Zu den prominentesten Preisträgern zählen Spaniens langjähriger König Juan Carlos (1982), der frühere US-Präsident Bill Clinton (2000) und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 2008) sowie Frankreichs derzeitiger Präsident Emmanuel Macron (2018). Der damalige Kanzler Helmut Kohl (CDU) nahm den Preis 1988 gemeinsam mit Frankreichs früherem Präsidenten François Mitterrand entgegen.

2004 erhielt der damalige Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, der in Rom verliehen wurde. Mit dem Karlspreis des Jahres 2022 wurden die belarussischen Oppositionspolitikerinnen Swetlana Tichanowskaja, Weronika Zepkalo und Maria Kalesnikava ausgezeichnet.

Das ukrainische Volk war erst am Mittwoch in Straßburg mit dem renommierten Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet worden. Stellvertretend für ihre Landsleute hatten dort drei Ukrainerinnen und Ukrainer den Preis entgegengenommen, die sich für die Zivilgesellschaft engagieren. Russland führt seit dem 24. Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die mithilfe westlicher Waffen um ihre Existenz kämpft.

Schon zuvor Diskussionen über »Sonder-Karlspreis« für Selenskyj und Ukrainer

Wie die Verleihung des Karlspreises 2023 genau stattfinden wird, ist noch unklar. Schon beim Karlspreis 2022 hatte es eine Diskussion darüber gegeben, ob Selenskyj und das ukrainische Volk einen »Sonder-Karlspreis« bekommen sollten. Eine Gruppe von Europaabgeordneten hatte das damals vorgeschlagen.

Die EU-Staaten hatten die Ukraine bereits im Juni offiziell zu einem Kandidaten für den EU-Beitritt ernannt. Beitrittsverhandlungen sollen aber erst nach der Erfüllung von Reformauflagen beginnen.

sol/dpa/AFP