Empörung in Kleve Pofalla versetzt die Basis

Ronald Pofalla wird sich am Freitag nicht dem Vorstand seines Klever CDU-Kreisverbandes stellen. Der frühere Kanzleramtschef, der womöglich in den Bahnvorstand wechselt, sagte seine Teilnahme an einer Klausur ab.
Ronald Pofalla im Bundestag: Keine Teilnahme an Klausur des Kreisvorstands

Ronald Pofalla im Bundestag: Keine Teilnahme an Klausur des Kreisvorstands

Foto: Rainer Jensen/ picture alliance / dpa

Düsseldorf - Man kann schlechter tagen: Der Kreisvorstand der Klever CDU trifft sich am Freitagnachmittag auf einer mehr als 750 Jahre alten Wasserburg zur Neujahrsklausur. Das dominierende Thema der Sitzung in Kalkar sollte eine Aussprache über den möglichen Wechsel des früheren Kanzleramtsministers Ronald Pofalla, 54, zur Deutschen Bahn sein. Die Basis erhoffte sich eine Erklärung, warum ihr Bundestagsabgeordneter sie so lange über seinen Rückzug aus der Politik im Unklaren gelassen hatte.

Doch Pofalla wird aller Voraussicht nach gar nicht an dem Treffen teilnehmen. Wie der Kreisvorsitzende Günther Bergmann SPIEGEL ONLINE am Donnerstag sagte, habe der "Ehrenvorsitzende" des CDU-Kreises Kleve ihm am Nachmittag telefonisch abgesagt. Zu den Inhalten des "offenen Gesprächs" und den angegebenen Gründen Pofallas, der Klausur fernzubleiben, mochte Bergmann sich nicht äußern. "Er hat jedoch zugesagt, dem Kreisvorstand im Februar oder März für eine Diskussion zur Verfügung zu stehen", so Bergmann.

Das Bundestagsbüro des Abgeordneten Pofalla ließ eine aktuelle Anfrage zu der Angelegenheit bislang unbeantwortet.

Im Interview mit SPIEGEL ONLINE hatte Bergmann zuvor die Stimmung der Basis als "katastrophal" beschrieben. Die fast 4000 CDU-Mitglieder im Kreis Kleve seien irritiert darüber, dass sie so spät und auch noch aus den Medien von den beruflichen Plänen ihres Abgeordneten in Berlin erfahren hätten. "Ich habe Hunderte Zuschriften und Anrufe bekommen, darunter auch solche, die Wut, Enttäuschung und Empörung transportieren", sagte Bergmann.

jdl
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