Abschied in Hamburg Staatsspitze trauert um Loki Schmidt

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Hamburg Abschied von Loki Schmidt genommen. Mehr als 2000 Gäste besuchten den Gottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis. "Ruhe sanft, Loki, wir werden dich nicht vergessen", sagte Henning Voscherau, Ex-Bürgermeister der Hansestadt, in seiner Rede.  

dapd

Hamburg - Bewegender Abschied von Loki Schmidt: In der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis haben mehr als 2000 Gäste in einer Trauerfeier die verstorbene Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt gewürdigt. Auf der Schleife am Kranz der Familie Schmidt stand: "Wir sind unendlich traurig". Die Trauerglocke läutete vor Beginn der Zeremonie zehn Minuten lang.

Mehrere hundert Ehrengäste nahmen an der Trauerfeier teil, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Horst Köhler mit ihren Ehefrauen sowie Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf.

Bischof Eduard Lohse stellte vor der Trauergemeinde Loki Schmidts Wirken heraus. Sie habe bis zuletzt viel Gutes tun können, sagte Lohse in seiner Predigt. Ihre Warmherzigkeit habe vielen geholfen.

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Trauerfeier in Hamburg: Abschied von Loki Schmidt
"Mit ihrem Tod ist Hamburg ein Stück ärmer geworden. Wir alle haben eine große Persönlichkeit verloren", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) in der Hauptkirche St. Michaelis. Die Menschen in Hamburg seien "stolz auf ihre Loki Schmidt". Mit ihrer "klugen, begeisternden und immer unaufdringlichen Art" habe sie ihr "ganz eigenes Lebenswerk" geschaffen, mit dem sie Menschen in aller Welt begeistert habe, sagte Ahlhaus.

Der frühere Hamburger Regierungschef Henning Voscherau würdigte Loki Schmidt als "warmherzige, bescheidene, charakterstarke und kluge Frau", dem sichtlich bewegten SPD-Politiker versagte zwischendurch die Stimme. Mit ihrem Engagement zum Schutz gefährdeter Pflanzen sei Loki Schmidt der Welt um Jahrzehnte voraus gewesen, sagte Voscherau. Von mancher Seite habe sie dafür zunächst Spott erfahren, so Voscherau. Durch ihre Arbeit sei sie zum "Gewissen des Natur- und Pflanzenschutzes" geworden. Voscherau beendete seine bewegende Rede mit den Worten "Ruhe sanft, Loki, wir werden dich nicht vergessen."

Loki Schmidt war in der Nacht auf den 21. Oktober im Alter von 91 Jahren gestorben. Mit Helmut Schmidt war sie seit 1942 verheiratet, das Paar hat eine Tochter, Susanne.

Der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing konnte entgegen ersten Zusagen nicht an der Trauerfeier teilnehmen. Er habe am Sonntagabend abgesagt, bestätigte ein Senatssprecher. Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, der aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Hamburg kommen konnte, erinnerte als enger Freund der Schmidts in einem Fernsehinterview an die Verstorbene.

"Sie hatte Witz und Herz"

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hut/dpa/dapd



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
kyon 01.11.2010
1. armer Helmut Schmidt
Zitat von sysopIn der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis hat die Trauerfeier für die verstorbene Loki Schmidt begonnen. Zu den Gästen zählen neben ihrem Witwer auch Kanzlerin Angela Merkel und der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,726464,00.html
Armer Helmut Schmidt! Jetzt muss er als Unglaeubiger fuer seine Frau diese gesellschaftlich offensichtlich unvermeidliche Religionsshow ueber sich ergehen lassen. Das hat er eigentlich nicht verdient!
creativefinancial 01.11.2010
2. manchmal sind mi die Menschen unverständlich
Zitat von kyonArmer Helmut Schmidt! Jetzt muss er als Unglaeubiger fuer seine Frau diese gesellschaftlich offensichtlich unvermeidliche Religionsshow ueber sich ergehen lassen. Das hat er eigentlich nicht verdient!
Haben Sie sonst keine Probleme ? HAben Sie auch menschliche Gefühle oder nur Ihre Verbitterung ?
SirLurchi 01.11.2010
3. Hier könnten Sie am Kreuz hängen!^^
Zitat von kyonArmer Helmut Schmidt! Jetzt muss er als Unglaeubiger fuer seine Frau diese gesellschaftlich offensichtlich unvermeidliche Religionsshow ueber sich ergehen lassen. Das hat er eigentlich nicht verdient!
Vielleicht lässt er es ja gerne "über sich ergehen", weil er a) seine Frau ganz sicher liebte und b) nicht so ein Soziopath ist.
own_brain_user 01.11.2010
4. Das hat Hamburg ...
Zitat von kyonArmer Helmut Schmidt! Jetzt muss er als Unglaeubiger fuer seine Frau diese gesellschaftlich offensichtlich unvermeidliche Religionsshow ueber sich ergehen lassen. Das hat er eigentlich nicht verdient!
... mit Augstein auch schon gemacht. In diesem Fall war der Betrauerte selbst der Atheist. Aber gleichzeitig kommen die SPON-Meldungen mitten aus der Veranstaltung. Wird da jetzt aus der 17. Reihe gesmst oder getwittert?
kyon 01.11.2010
5. für den Freidenker eine Tortur
Zitat von creativefinancialHaben Sie sonst keine Probleme ? HAben Sie auch menschliche Gefühle oder nur Ihre Verbitterung ?
Gerade weil ich menschliche Gefühle habe, kann ich mich gut in Helmut Schmidt hineinversetzen und nachfühlen, wie er unter dem Verlust seiner geliebten Frau leidet und deshalb den medial-politisch-religiösen Rummel verabscheut. Er ist außerordentlich klug und hat jede Form von Heuchelei stets durchschaut und abgelehnt. Diese Zeremonie muss für ihn eine Tortur sein, der er sich nur aus gesellschaftlichem Pflichtgefühl unterwirft.
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