Abzählpanne Wie zwei Köhler-Stimmen bei Schwan landeten

Das Ergebnis der Abstimmung über den neuen Bundespräsidenten musste zwei Mal ausgezählt werden. Bei der ersten Auszählung wurden für Horst Köhler nur 602 Stimmen ermittelt, eine weniger als für die absolute Mehrheit erforderlich.

Berlin - Wie ein Mitglied der Zählkommission der dpa bestätigte, bestanden die Unionsvertreter in diesem Gremium auf einer Überprüfung dieser Auszählung. Die rot-grünen Vertreter hätten sich dem nicht widersetzt.

Daraufhin seien die Stimmenpakete für Gesine Schwan noch einmal durchgeschaut und tatsächlich zwei für Köhler abgegebene Stimmzettel gefunden worden. Damit kam Köhler bereits im ersten Wahlgang auf 604 Stimmen. Für die Auszählung sind die Schriftführer des Bundestags, also Abgeordnete aus allen Fraktionen, und Beamte des Bundestags zuständig. Sie kontrollieren sich kollegial gegenseitig. Für die Panne wurde im Kreis der Stimmzähler "die allgemeine Hektik" verantwortlich gemacht, von Absicht wollte keiner sprechen.

Die Bundestagsverwaltung erklärte, bei wichtigen Wahlen sei es stets üblich, das Ergebnis mehrfach auszuzählen. Dies sei auch in diesem Fall geschehen. Das Wahlergebnis sei von den beteiligten Schriftführern einvernehmlich festgestellt worden.

Für Verwirrung hatte einer der 1204 Delegierten gesorgt. Er hatte zwar seine Wahlkarte abgegeben, nicht aber seinen Wahlzettel mit den Namen der beiden Kandidaten. Diese Stimme wurde als ungültig gewertet. Ein Wahlmann oder eine Wahlfrau machte darüber hinaus kein Kreuz auf dem Wahlzettel, so dass diese Stimme ebenfalls als ungültig gewertet wurde. Neun kreuzten die Rubrik "Enthaltung" an. Alle anderen votierten entweder für Köhler oder Schwan.

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