Instrumentalisierung der Terroranschläge Seehofer wirft Söder Profilierungssucht vor

Der Ton zwischen CSU-Chef Seehofer und seinem potenziellen Nachfolger Söder verschärft sich. Der Ministerpräsident kritisiert bei seinem Finanzminister in der Flüchtlingsdebatte eine Grenzüberschreitung - und warnt vor weiteren Fehltritten.

CSU-Chef Seehofer (Archivbild): "Meine Toleranz ist nicht unendlich"
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CSU-Chef Seehofer (Archivbild): "Meine Toleranz ist nicht unendlich"


Die Beziehung zwischen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und seinem Finanzminister Markus Söder gilt seit Jahren als angespannt. Nun verschärft sich der Ton zwischen den beiden CSU-Politikern auch in der Flüchtlingsdebatte. Seehofer kanzelt Söder in einem Interview mit dem "Donaukurier" ab: Die jüngsten Äußerungen des Finanzministers seien eine Grenzüberschreitung und persönlich motiviert.

Söder hatte nach den Terroranschlägen von Paris einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik verlangt und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angegriffen. Seehofer hält seinem Minister nun vor, den Terror für seine eigene Profilierung ausschlachten zu wollen: "Nach solchen Anschlägen wie in Paris verbietet es sich, persönliche und parteipolitische Motive in den Vordergrund zu stellen", sagte der bayerische Regierungschef. Bei der Terrorserie waren 129 Menschen ums Leben gekommen.

Seehofer warnte Söder nun scharf vor weiteren ähnlichen Äußerungen. "Meine Toleranz ist groß, aber nicht unendlich. Wenn einer mit der Kanzlerin über die Flüchtlingspolitik spricht, dann ich", zitiert der "Donaukurier".

Söder gilt als ein potenzieller Nachfolger Seehofers an der Parteispitze. Der CSU-Chef will sich nach der Landtagswahl 2018 aus Altersgründen aus der Politik zurückziehen. Anfang der Woche hatte Seehofer seinen Parteikollegen bereits im CSU-Vorstand kritisiert.

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brk/dpa/AFP



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