Gauland vs. Henkel Top-Politiker der AfD liefern sich Schlagabtausch

Es kracht wieder in der AfD. Parteivize Gauland wettert gegen seinen Amtskollegen Hans-Olaf Henkel. Der hatte sich im SPIEGEL und in der "Zeit" über "Ideologen, Goldgräber, Karrieristen" in seiner Partei beklagt.
AfD-Vize Alexander Gauland (Archiv): Offener Widerstand gegen Hans Olaf Henkel

AfD-Vize Alexander Gauland (Archiv): Offener Widerstand gegen Hans Olaf Henkel

Foto: TOBIAS SCHWARZ / AFP

Hamburg - Die Querelen in der Alternative für Deutschland (AfD) nehmen kein Ende. Nachdem sich Vize-Sprecher Hans-Olaf Henkel kritisch zu seiner Partei geäußert hatte, schoss sein Amtskollege Alexander Gauland nun zurück: "Es kann nicht sein, dass wir Menschen, die eine andere, differenzierte Meinung vertreten, verstoßen, indem wir sie beschimpfen."

Gauland betonte gegenüber der dpa, er wolle nicht, dass Henkel die Partei verlasse. Die "Bild"-Zeitung zitierte Gauland dagegen mit den Worten: "Wenn jemand sagt, dass er sich für die Partei schämt, dann muss er die Partei verlassen."

Nachdem Henkel im SPIEGEL Kritik am Kurs der Eurogegner geübt hatte, legte er in der Wochenzeitung "Die Zeit" nach: "Da sitzt man auf einem Parteitag und hört irgendwelche wilden Verschwörungstheorien. Ich werde dann ganz klein und schäme mich in Grund und Boden."

Im SPIEGEL hatte er sich über "Unvernünftige, Unanständige und Intolerante in unseren Reihen" beschwert. Auch in seiner aktuellen Kritik wird Henkel deutlich: "Ideologen, Goldgräber, Karrieristen" bevölkerten die Partei.

Auch auf Landesebene machen der Partei Grabenkämpfe und Ausschlüsse zu schaffen. Parteichef Bernd Lucke hatte Anfang Oktober in einem Brandbrief dazu aufgerufen, gegen Querulanten in den eigenen Reihen vorzugehen.

isa/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.