Bundestagswahl Weidel und Chrupalla zu Spitzenkandidaten der AfD gewählt

Die AfD wird bei der Bundestagswahl mit Fraktionschefin Weidel und Parteichef Chrupalla als Spitzenkandidaten antreten. Sie setzten sich gegen die Bundestagsabgeordnete Cotar und den Ex-Generalleutnant Wundrak durch.
Alice Weidel und Tino Chrupalla (am 5. Mai)

Alice Weidel und Tino Chrupalla (am 5. Mai)

Foto: Kay Nietfeld / picture alliance / dpa

Die AfD hat das Ergebnis ihrer Mitgliederbefragung bekannt gegeben: Die Partei zieht mit Fraktionschefin Alice Weidel und dem Parteivorsitzenden Tino Chrupalla als Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf. Die beiden gewannen gegen die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar und den früheren Generalleutnant Joachim Wundrak.

Weidel und Chrupalla bekamen mehr als 71 Prozent der Stimmen, Cotar und Wundrak etwas über 24 Prozent. Die rund 32.000 AfD-Mitglieder konnten seit dem 17. März online für ihr bevorzugtes Duo abstimmen. Den Parteiangaben zufolge nahmen 14.815 Mitglieder an der Befragung teil. Dies entsprach einer Beteiligung von 48,14 Prozent. 1,93 Prozent der Abstimmenden votierten mit Nein, 0,58 Prozent enthielten sich der Stimme.

Die beiden Zweierteams standen für die verschiedenen Strömungen der Partei. Cotar und Wundrak zählen zum Lager um Parteichef Jörg Meuthen, der einen wirtschaftsliberalen und gemäßigteren Kurs vertritt. Das Team aus Chrupalla und Weidel konnte auf die Unterstützung des rechtsnationalen Lagers der AfD um den Thüringer Björn Höcke zählen.

Joana Cotar und Joachim Wundrak (Archivaufnahme)

Joana Cotar und Joachim Wundrak (Archivaufnahme)

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Kay Nietfeld / dpa

Weidel und Chrupalla sind deutlich bekannter als Cotar und Wundrak, der seine Parteimitgliedschaft in der AfD erst öffentlich gemacht hatte, nachdem er aus der Bundeswehr ausgeschieden war. Es galt in der Partei deswegen als wahrscheinlich, dass sie sich durchsetzen würden.

Die Kandidatur von Cotar und Wundrak hatte Co-Parteichef Jörg Meuthen unterstützt. Meuthen gratulierte am Dienstag dem siegreichen Duo Weidel und Chrupalla zum Erfolg. Zugleich dankte er Cotar und Wundrak dafür, »dass Sie durch Ihre engagierte Kandidatur unseren Mitgliedern eine echte Wahlmöglichkeit eröffnet haben, die offenbar sehr viele positiv angesprochen hat«.

Vizeparteichef Stephan Brandner, der zu den internen Gegnern Meuthens zählt, gratulierte den Siegern per Twitter und sprach von einem »Spitzenergebnis«. Zugleich behauptete Brandner, die AfD – seit Monaten in der Führungsspitze tief zerstritten – stehe »geschlossen hinter euch«.

Reaktionen von Cotar und Wundrak

Cotar zeigte sich trotz ihrer Niederlage zufrieden. »In den letzten Wochen haben wir eine Welle der Unterstützung erfahren, die unsere Erwartungen weit übertroffen hat und die mich ganz persönlich sehr berührt hat«, erklärte sie. Sie gratulierte dem Duo Weidel/Chrupalla: »Ich freue mich darauf, die beiden in den nächsten Monaten tatkräftig unterstützen zu können.« Sie hoffe, dass ihre Unterstützer nicht zu enttäuscht seien. »Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, wichtig ist das Weitermachen. Gemeinsam für unsere AfD und unser Land.«

Wundrak erklärte, der Wettbewerb der beiden Kandidatenteams sei »mit Anstand und gegenseitigem Respekt geführt« geführt worden. Er bat seine und Cotars Anhänger, »auch nach einer verlorenen Wahl wie dieser nicht enttäuscht aufzugeben«. Cotar und er würden auch weiterhin für ihre Ideale eintreten und zählten auf ihre Unterstützung. Nun müsse die Partei aber gemeinsam nach vorn schauen, »um einen erfolgreichen Wahlkampf für die AfD und für die Interessen Deutschlands und des deutschen Volkes zu führen«.

als/sev/AFP/dpa