Verdacht auf Brandstiftung Auto von AfD-Chef Chrupalla ausgebrannt

Das Fahrzeug des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla ist in der Nacht in Flammen aufgegangen. Der Politiker wurde beim Löschversuch leicht verletzt, die Polizei ermittelt.
Tino Chrupalla

Tino Chrupalla

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Kay Nietfeld/ dpa

Im sächsischen Gablenz ist das Auto des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla in der Nacht zu Montag ausgebrannt. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung eingeleitet. Chrupalla teilte der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit, der Wagen habe auf dem abgeschlossenen Grundstück seines Hauses gestanden. Wie die AfD-Bundespartei später mitteilte, hätten Unbekannte den Volkswagen des AfD-Chefs auf dessen Grundstück im Landkreis Görlitz in Brand gesteckt. Beim Versuch, diesen zu löschen, habe sich Chrupalla eine Rauchvergiftung zugezogen und hätte mehrere Stunden in der Klinik behandelt werden müssen, hieß es weiter.

 Angaben der Polizei zufolge konnte die Feuerwehr eine Ausbreitung der Flammen verhindern, das Auto aber nicht mehr retten. Die Polizei, die den Namen des Politikers nicht nannte, berichtete zudem, der Fahrzeughalter habe nach eigenen Löschversuchen über Atembeschwerden geklagt und sei vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden. Es werde wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt. Der polizeiliche Staatsschutz prüfe einen politischen Hintergrund.

Der "Bild"-Zeitung  sagte Chrupalla: "Bei aller Schärfe in der politischen Auseinandersetzung, aber das ist ein direkter Angriff auf meine Familie. Das überschreitet alle nur denkbaren Grenzen. Diese Eskalation muss aufhören."

Sein Partner an der AfD-Bundesspitze, der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen, erklärte am Montag, "erneut" zeige sich, "wohin die unverantwortliche Stimmungsmache" der anderen Parteien führe. Journalisten und Politiker sollten ihre verbalen Attacken gegen die AfD "endlich" mäßigen. "Extremisten verstehen diese als Aufforderungen zu schlimmsten Straftaten", sagte Meuthen.

Stimmen aus SPD, CDU und FDP

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, verurteilte den Anschlag und wünschte Chrupalla schnelle Genesung. "Wer meint, politische Auseinandersetzungen so lösen zu können, tritt die Werte unserer Demokratie mit Füßen. Der Streit um die richtige Politik wird mit Worten geführt, nicht mit Gewalt", so der SPD-Politiker aus Thüringen.

Der SPD-Haushaltspolitiker Johannes Kahrs, im Bundestag als ein scharfer Kritiker der AfD aufgefallen, twitterte, Gewalt sei nie akzeptabel, er wünsche Chrupalla gute Besserung. Er könne nur hoffen, dass die Gewalttäter möglichst schnell vor Gericht landeten. "Das Gewaltmonopol hat der Staat", so Kahrs. Auch der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) schrieb, solche Anschläge verstießen gegen alle Grundsätze des Zusammenlebens. "Hört auf damit", so der Sozialdemokrat.

Bei der FDP äußerten sich ebenfalls mehrere Politiker, so der nordrhein-westfälische FDP-Generalsekretär Johannes Vogel ("Gewalt darf niemals ein Mittel politischer Auseinandersetzung in der Demokratie sein - gegen niemanden!") und der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann. Er halte so ziemlich alles für falsch, wofür Chrupalla politisch stehe. "Aber Gewalt darf kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein - gegen niemanden. Die AfD muss man mit Argumenten und Mitteln des Rechtsstaates bekämpfen und nicht mit Brandsätzen", so der FDP-Politiker.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer verurteilte ebenfalls den Anschlag. Die AfD müsse mit allen politischen und rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. "Gewalt darf kein Mittel dafür sein - sowas geht deutlich zu weit", twitterte der nordrhein-westfälische Christdemokrat.

Grüner Özdemir meldet sich auch

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir kommentierte ebenfalls den mutmaßlichen Anschlag auf Twitter. Die Auseinandersetzung mit der AfD müsse strikt gewaltfrei erfolgen, wer die liberale Demokratie verteidige, müsse sich auch selbst demokratisch verhalten. "Hoffe, die Täter werden bald erwischt und bestraft", schrieb der Grünen-Bundestagsabgeordnete.

asc/sev/dpa