AfD-Machtkampf Lucke fordert Petry zum Kandidaten-Duell

Bernd Lucke will den Führungsstreit in der AfD endgültig klären: Er wünsche sich, dass seine Kontrahentin Frauke Petry auf dem nächsten Parteitag gegen ihn antrete, sagte der Parteichef dem SPIEGEL.

AfD-Rivalen Lucke, Petry (li.): Kommt es zum Duell auf dem nächsten Parteitag?
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AfD-Rivalen Lucke, Petry (li.): Kommt es zum Duell auf dem nächsten Parteitag?


Der Bundessprecher der Anti-Euro-Partei AfD, Bernd Lucke, will den Machtkampf mit seiner Vorstandskollegin Frauke Petry auf dem kommenden Parteitag endgültig klären. "Ich wünsche mir, dass Frauke Petry den Mitgliedern eine echte Wahlmöglichkeit gibt und gegen mich kandidiert. Der Unterlegene sollte dann die Entscheidung respektieren", sagte Lucke dem SPIEGEL.

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Heft 24/2015
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"Wir brauchen ein klares Votum der Basis, ob man Lucke will oder das Gespann Frauke Petry und Marcus Pretzell", so Lucke. Pretzell führt den nordrhein-westfälischen Landesverband der AfD und sitzt wie Lucke im Europaparlament. Bisher hat Petry nicht angekündigt, dass sie direkt gegen Lucke um den Bundesvorsitz der AfD kandidieren will.

Der außerordentliche Parteitag soll am 4. und 5. Juli in Essen stattfinden. Die ursprünglich für den 13. Juni geplante Zusammenkunft der AfD-Bundesdelegierten war vergangenen Dienstag abgesagt worden.

Lucke spricht Petry die "Zivilcourage" ab, rechtsextreme Mitglieder in die Schranken zu weisen. Sie sei "sehr machtorientiert und nicht bereit, Parteifreunde zu verprellen", auch nicht die Populisten. Es gebe mehrere "bewusst polarisierende" Gruppen in der AfD, so der bisherige AfD-Chef.

Bislang bestreitet Lucke, dass er mit seiner Initiative "Weckruf 2015" plant, eine neue Partei zu gründen. Doch hinter den Kulissen hält er sich für den Notfall die Option eines massenhaften Austritts mit seinen Anhängern ("Luxit") offen.

Über die Strategie will er die Weckruf-Mitglieder abstimmen lassen: "Nach dem Parteitag wollen wir Bilanz ziehen und mit Ihnen gemeinsam entscheiden, wie wir vorgehen", heißt es in einer internen Mail. Geldgeber hat Lucke auch schon gesichtet: "Es gibt eine große Spendenbereitschaft für den Weckruf."

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Seite 1
flesh 05.06.2015
1.
Liebe SPON-Redaktion! Könnt Ihr sowas wie "Luxit" bitte unterlassen - das ist BILD-Zeitung.
kappelc 05.06.2015
2. eine Entscheidung muss her
Lucke zerstört sein "Kind" und merkt es nicht mal. Ansonsten stimme ich ihn aber zu. Es muss eine Entscheidung fallen, ganz egal wie es ausgeht. Der Istzustand ist untragbar!
flo_bargfeld 05.06.2015
3. Lucke in seiner grandiosen Hybris ...
... scheint nicht im entferntesten auf den Gedanken zu kommen, dass das adrette, mit allen Wassern gewaschene Fräulein Petry ihn in puncto Wählergunst bei den AfD-Altmännern übertrumpfen könnte. Prof. Lucke mag ja ein fleißiger Makroökonom sein – als Frontfigur einer auf Charisma angewiesenen Protestpartei ist er eine Fehlbesetzung.
pirx64 05.06.2015
4.
Wie will Frau Petry, sollte sie mal einen verantwortungsvollen Posten haben, mit den "gegnerischen" Politikern verhandeln, wenn sie es nicht mal hinbekommt einem Parteigenossen die Hand zu geben? Will sie sich dann auch so verzogen verhalten? Vielleicht auf den Boden werfen und Rum heulen?
viwaldi 05.06.2015
5. Richtig so, Herr Lucke!
Es gibt großes Potential für eine "geläuterte AFD", die ohne rechtsradikale Ausländerfeinde eine sinnvolle Politik für Deutschland machen will. Gegen den Euro-Wahn; für eine Asylgesetz das wirklich Verfolgte aufnimmt und schützt, aber nicht glaubt, alle Probleme Afrikas in deutschen Asylheimen lösen zu können. Für eine qualifizierte Einwanderungspolitik, und nicht das seit Jahrzehnten praktizierte wegsehen und nicht-wahrhaben wollen. Treten Sie aus der AFD aus, der Name ist eh verbrannt, und gründen sie eine neue Partei, deren Logo nicht an eine Erektion erinnert - und bitte feuern sie den Graphiker, der das verbockt hat.
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