AfD in Mecklenburg-Vorpommern Rechts außen bestens aufgestellt

Die AfD hat künftig die zweitstärkste Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern. Einige der neuen Abgeordneten flirten offen mit dem rechtsextremen Lager. Wer zieht da in den Schweriner Landtag ein?
AfD-Vize Alexander Gauland und Spitzenkandidat Leif-Erik Holm (r.)

AfD-Vize Alexander Gauland und Spitzenkandidat Leif-Erik Holm (r.)

Foto: Carsten Koall/ Getty Images

Der Spitzenkandidat der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, kümmert sich in diesen Tagen vor allem um eines: Seine neue Fraktion muss bald arbeitsfähig sein. Mit 18 Abgeordneten - siebzehn Männern und einer Frau - stellt die rechtspopulistische Partei künftig die größte Oppositionskraft im Landtag. Dabei ist die Partei klein, sie zählt nur rund 500 Mitglieder. Die CDU, von der AfD auf den dritten Platz verwiesen, hat im Nordosten rund 5.000 Mitglieder.

Die Personaldecke der AfD ist also dünn. Aber wer nimmt da nun künftig im Schweriner Schloss Platz? Der ehemalige Radiomoderator Holm wird auf Pressekonferenzen immer wieder mit einer Frage konfrontiert: Wie verhält es sich mit Mitgliedern, die sich unglaubwürdig oder gar nicht von rechtsextremen Positionen abgrenzen? Eine klare Antwort gibt es vom voraussichtlich künftigen Fraktionschef darauf bislang nicht.

Da ist zum Beispiel Holger Arppe: Der zog über Platz drei der Landesliste in den Landtag ein. Arppe wurde im vergangenen Jahr wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt und hegt offen Sympathien für die "Identitäre Bewegung", die vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet wird.

Oder Ralph Weber: Auch er gilt als Rechtsaußen. Der Jura-Professor gewann seinen Wahlkreis in Wolgast und auf der Insel Usedom mit 35,3 Prozent der Stimmen. An der Universität Greifswald ist er umstritten. 2010 sorgte er für einen Skandal, weil er Kleidung der Marke Thor Steinar trug, die in rechtsextremen Kreisen beliebt ist.

Der Neu-Abgeordnete Gunter Jess saß bislang für die AfD im Kreistag von Vorpommern-Greifswald. Dort sprang er der rechtsextremen NPD zur Seite, als diese beantragt hatte, der Landkreis solle die evangelische Kirchengemeinde Wolgast auffordern, kein Kirchenasyl zu gewähren. Seine Begründung: Kirchenasyl existiere rechtlich nicht. Dass die Kirche einen Mann aus Mali aufgenommen habe, sei Rechtsbruch.

Gibt es noch weitere Verbindungen nach ganz rechts? Wer zählt zum eher gemäßigten Lager der neuen AfD-Fraktion? Die neuen Abgeordneten im Überblick:

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Mecklenburg-Vorpommern: Diese 18 ziehen für die AfD in den Landtag ein

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