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Angriff auf die Ukraine AfD-Fraktion ringt um Distanzierung zu Russlands Krieg

In der russlandnahen AfD gibt es Streit, wie stark man Putin für die Invasion in die Ukraine kritisieren soll. Die Position von Fraktionschef Chrupalla ist intern umstritten – nun soll er Rede und Antwort stehen.
aus DER SPIEGEL 10/2022
AfD-Fraktionschef Chrupalla: »Ich werde keinen Kotau machen und auf die Knie gehen«

AfD-Fraktionschef Chrupalla: »Ich werde keinen Kotau machen und auf die Knie gehen«

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Frederic Kern / Future Image / IMAGO

In der Bundestagsfraktion der AfD wächst der Streit über den Umgang mit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine. Zwar verurteilt man diesen offiziell, doch die Deutungen darüber, wie groß Moskaus Schuld ist, gehen auseinander.

Fraktions- und Parteichef Tino Chrupalla, zuletzt im Juni in Moskau auf einer Konferenz des russischen Verteidigungsministeriums, sagte im Parlament, Schuldzuweisungen »heizen den Konflikt« an. Er sprach von einem »neuen Wettrüsten«. Dabei hatte die Fraktion sich geeinigt, eine Stärkung der Bundeswehr zu fordern.

Aus: DER SPIEGEL 10/2022

Der Westen wehrt sich

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Chrupalla soll deswegen auf einer Fraktionsklausur kommende Woche zur Rede gestellt werden. Allerdings hat er auch viele Unterstützer, vor allem in den Ost-Landesverbänden. Chrupalla sagte dem SPIEGEL: »Ich werde keinen Kotau machen und auf die Knie gehen.« Er wehrt sich gegen Vorwürfe einer zu großen Nähe zu Russland, Frieden und Sicherheit in Europa seien »Grundlage meiner Politik für Deutschland«.

Die AfD hat viele Verbindungen nach Russland. So treffen ihre Politiker gern den Neofaschisten Alexander Dugin, wie der sächsische AfD-Landeschef Jörg Urban im April 2021. Dugin gilt als Einflüsterer des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er schrieb vergangene Woche auf Facebook: Es sei kein Krieg gegen die Ukraine, sondern gegen den Globalismus und Liberalismus. Russland baue nun »seine Welt, seine Zivilisation«.

akm/sev
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