Treffen mit Front National AfD-Chefin Petry soll mit Le Pen "politische Freundschaft" geschlossen haben

Der Umgang mit den französischen Rechtsextremen vom Front National ist in der AfD umstritten. Parteichefin Frauke Petry hat sich laut "Zeit" nun mit Marine Le Pen für ein ausführliches Gespräch getroffen.

Frauke Petry
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Frauke Petry


Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry soll sich mit der Vorsitzenden des französischen Front National (FN), Marine Le Pen, getroffen haben. Das berichtet die "Zeit". Ein FN-Vertreter habe der Wochenzeitung bestätigt, dass die beiden Frauen Anfang Juli ein ausführliches Gespräch in einem Restaurant in der Nähe von Straßburg geführt hätten.

Das Treffen sei "sehr erfreulich" gewesen, die zwei Frauen hätten "politische Freundschaft" geschlossen, so der FN-Politiker, der angab, selbst an dem Treffen teilgenommen zu haben. "Beide wollen das Gespräch fortsetzen und intensivieren."

Die Annäherung an den rechtsextremen Front National ist in der AfD umstritten. Petry selbst hatte bislang jede Zusammenarbeit abgelehnt.

Der Front National versucht seit Längerem, die Kontakte zur AfD zu intensivieren. Im Mai hatte Edouard Ferrand, Delegationsleiter des FN im Europaparlament, dem SPIEGEL gesagt, die Parteien hätten gemeinsame Interessen und sollten kooperieren.

Der Fraktionschef der AfD in Thüringen, Björn Höcke sagte damals, die Parteiführungen sollten sich treffen, "um sich auszutauschen und zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gibt". Es gehe darum, ob man "Vertrauen zwischen den führenden Köpfen beider Parteien aufbauen" könne.

Parteivize Alexander Gauland mahnte jedoch zur Vorsicht. Er würde es nicht für sinnvoll halten, "ein symbolträchtiges Treffen zwischen Marine Le Pen und Frauke Petry zu organisieren", sagte Gauland im Frühjahr.

Das "innenpolitische Gesicht" der französischen Partei sehe ganz anders aus als das der AfD, so Gauland: "Bis vor Kurzem war der Front National auch antisemitisch."

cte



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