Kritik an AfD-Werbeplan "Sie sehnen Anschläge herbei, um ihr braunes Süppchen zu kochen"

"Danke, Frau Merkel", solche Plakate will die Hessen-AfD künftig nach Terroranschlägen aufhängen. CDU und SPD werfen den Rechtspopulisten eine menschenverachtende Taktik vor.

Am kommenden Samstag trifft sich die AfD zum Bundeskonvent in Kassel. Geht es nach dem hessischen Landesverband, beschließen die Rechtspopulisten dort eine zynische Wahlkampfstrategie.

Nach SPIEGEL-Informationen hat die hessische AfD beantragt, nach islamistischen Anschlägen gezielt Stimmung gegen Kanzlerin Angela Merkel zu machen. Auf Plakaten solle "in großen Lettern stehen: 'DANKE, FRAU MERKEL!'" (Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

CDU-Generalsekretär Peter Tauber kritisierte die Pläne scharf: "Das zeigt, wes Geistes Kind viele AfD-Funktionäre sind", sagte Tauber SPIEGEL ONLINE. "Sie sehnen geradezu terroristische Anschläge herbei, um damit ihr braunes Süppchen kochen zu können."

Sich bei Merkel für Opfer von Terroranschlägen zu bedanken, sei "nicht bürgerlich oder konservativ, sondern zynisch, menschenverachtend und unpatriotisch", sagte Tauber weiter.

AfD-Politiker lassen Anfragen unbeantwortet

Auch die SPD reagierte empört. "Die AfD ist an Lösungen und öffentlicher wie sozialer Sicherheit gar nicht interessiert, weil es ihr den Boden entziehen würde", sagte Vizeparteichef Thorsten Schäfer-Gümbel SPIEGEL ONLINE.

Die Instrumentalisierung von Angst sei das "Geschäftsmodell der Rechtspopulisten", so Schäfer-Gümbel, der auch Vorsitzender der Hessen-SPD ist: "Wer sich aus taktischen Gründen über Anschläge freut, verachtet unsere Grundwerte."

Aus der AfD-Bundesspitze wollte sich am Samstag niemand zu den möglichen Anti-Merkel-Plakaten äußern. Mehrere Anfragen von SPIEGEL ONLINE blieben unbeantwortet.

Der Chef der Berliner AfD, Georg Pazderski, will sich den Plänen nicht anschließen: "Das scheint ausschließlich eine hessische Initiative zu sein", sagte er. "In Berlin und auf Bundesebene gibt es dahingehend keine Überlegungen."

cte