Gutachten zur AfD Politologe bescheinigt Höcke "klaren Rassismus"

Mit seinen rassistischen Äußerungen spaltet Thüringens AfD-Chef Björn Höcke die eigene Partei. Jetzt gerät der Rechtsaußen nach SPIEGEL-Informationen durch ein Uni-Gutachten unter Druck.
AfD-Rechtsaußen Höcke: "Zentrale Denk- und Argumentationsfehler"

AfD-Rechtsaußen Höcke: "Zentrale Denk- und Argumentationsfehler"

Foto: Martin Schutt/ dpa

Mit seinen Äußerungen über das Fortpflanzungsverhalten von Afrikanern und Europäern hat Björn Höcke, Thüringer Landeschef der Alternative für Deutschland, "klaren Rassismus praktiziert". Zu diesem Ergebnis kommt der Politikwissenschaftler Werner Patzelt von der TU Dresden. Sein Gutachten, das dem SPIEGEL vorliegt, wurde von AfD-Mitgliedern in Auftrag gegeben. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL .)

Patzelt untersuchte Äußerungen Höckes aus einem Vortrag für ein rechtskonservatives Institut und kam zu dem Schluss, dass dem AfD-Mann darin "zentrale Denk- und Argumentationsfehler" unterlaufen seien. Er nutze "falsch angewendetes biologisches Wissen", was man vielleicht "einem einfachen Bürger" nachsehen könne.

"Doch wer aus einer politischen Führungsposition heraus handelt …, hat wesentlich größere informationelle und argumentative Sorgfaltspflichten", tadelt Patzelt in dem Gutachten.

Höcke habe "mit den hier untersuchten Aussagen seiner Partei sogar schweren Schaden zugefügt", resümiert Patzelt. Dennoch hatte der AfD-Bundesvorstand kürzlich nur eine unverbindliche Mahnung gegen Höcke ausgesprochen.

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